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Abhängigkeit

Social Media & Co.: So macht das Smartphone Kinder süchtig

Social Media & Co.: So macht das Smartphone Kinder süchtig
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Der Wiener Psychiater Michael Musalek stuft den übermäßigen Smartphone-Gebrauch nicht als harmlose Gewohnheit, sondern als echte Abhängigkeitserkrankung ein. Bei einem Fachsymposium an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien zum Thema „Handy-Sucht – Schreckgespenst oder Geißel unserer Zeit?“ erläuterte er, dass die klassischen Suchtkriterien wie fehlende Selbstkontrolle, steigender Konsum und Entzugserscheinungen auch bei dieser modernen Verhaltenssucht auftreten.

Die Symptome manifestieren sich sowohl psychisch als auch körperlich und weisen Parallelen zum Alkoholentzug auf. In fortgeschrittenen Stadien kann das gesamte Leben der Betroffenen vom Mobiltelefon dominiert werden.

Laut Musalek handelt es sich im Kern um eine Abhängigkeit von sozialen Medien. Besonders gefährdet sind Heranwachsende, die das problematische Nutzungsverhalten Erwachsener – insbesondere ihrer Eltern – imitieren. Der Gruppendruck unter Gleichaltrigen verschärft die Situation zusätzlich, da Mobbing durch Social-Media-Plattformen eine deutlich größere Reichweite entwickelt. Die Handy-Abhängigkeit tritt häufig gemeinsam mit anderen psychischen Störungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen auf, wobei Betroffene ihr Suchtverhalten oft als fehlgeleiteten Selbstheilungsversuch einsetzen.

Altersbeschränkungen diskutiert

Experten diskutieren über Altersbeschränkungen für Social-Media-Nutzung, vergleichbar mit Regelungen beim Alkoholkonsum. Musalek befürwortet solche Maßnahmen, räumt jedoch Schwierigkeiten bei der Durchsetzung ein. In Österreich liegt die Altersgrenze für Alkohol bei 16 Jahren, tatsächlich beginnt der Konsum jedoch meist früher. Ein bloßes Verbot sozialer Medien würde das Problem nicht lösen.

⇢ 90 % dafür: Österreicher wollen Mindestalter für Social Media

Erfolgreiche Therapieansätze

Dennoch gibt es erste vielversprechende therapeutische Konzepte. Ein Pilotprojekt mit „Handy-Fasten“ an einer Wiener Schule zeigte positive Ergebnisse: Die Schüler kommunizierten wieder vermehrt direkt miteinander und entdeckten gemeinsames Spielen neu. Die unmittelbare zwischenmenschliche Interaktion erwies sich als psychologisch befriedigender.

Der Vergleich mit traditionellen Suchterkrankungen verdeutlicht den Handlungsbedarf bei der Handy-Abhängigkeit.

Sowohl regulatorische Maßnahmen als auch therapeutische Interventionen sind notwendig, um die negativen Auswirkungen auf verschiedene Altersgruppen einzudämmen.

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KO KOSMO-Redaktion
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