Ein Drohnenangriff nahe Mekka erschüttert die islamische Welt – und stellt den Jemen-Konflikt vor eine neue, brisante Eskalationsstufe.
Am Dienstagabend, dem 15. September, fing die saudi-arabische Luftabwehr südlich von Mekka eine Drohne ab und zerstörte sie, bevor sie in den gesperrten Luftraum über der heiligen Stadt eindringen konnte. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition schreibt die Drohne den Houthi im Jemen zu – diese bestreiten jedoch, Mekka angegriffen zu haben. Der Vorfall löste unter anderem eine scharfe Verurteilung durch die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) aus und fällt in eine Phase erneut eskalierender Kämpfe zwischen den Houthi und Saudi-Arabien.
Scharfe Verurteilung
Turki al-Maliki, Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, erklärte, die Sicherheit der beiden heiligen Moscheen und der Pilger sei eine „rote Linie“. Die Koalition werde nicht zögern, notwendige abschreckende Maßnahmen gegen weitere Angriffe zu ergreifen. Auch die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), der 57 Staaten angehören, verurteilte die von ihr als „abscheulich“ bezeichneten Angriffe auf Mekka und die Region Medina und machte dafür die Houthi verantwortlich.
Houthis weisen Vorwurf zurück
Die mit dem Iran verbündeten Houthi weisen die saudische Darstellung zurück. Houthi-Politbüromitglied Hazem al-Assad bezeichnete die Behauptung, Mekka sei angegriffen worden, als eine „abgedroschene Lüge“, die bereits früher verwendet worden sei. Nach Angaben der saudisch geführten Koalition wäre dies der zweite Versuch der Houthi, Mekka ins Visier zu nehmen. Beim ersten von Saudi-Arabien genannten Vorfall im Juli 2017 soll allerdings eine ballistische Rakete eingesetzt worden sein. In den vergangenen Tagen haben die Houthi mehrere andere Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien für sich reklamiert.
Mekka ist die heiligste Stadt des Islam und Ziel der jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt, zu der Millionen Muslime aus aller Welt kommen.