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Misshandlungsprozess

Säugling mit gebrochenen Rippen – Urteil für heute erwartet

Säugling mit gebrochenen Rippen – Urteil für heute erwartet
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Säugling mit gebrochenen Rippen, Hirnblutungen – und zwei Elternteile, die sich gegenseitig die Schuld geben. Heute fällt das Gericht sein Urteil.

Am Wiener Landesgericht wird der Prozess gegen die Eltern eines mutmaßlich misshandelten Säuglings an diesem Dienstag weitergeführt. Beim Auftakt der Verhandlung Mitte Februar wiesen beide Angeklagten die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. Die Mutter erklärte, sie habe aus Furcht vor ihrem Lebensgefährten geschwiegen und das tatsächliche Ausmaß der Verletzungen ihres Kindes nicht einschätzen können.

Der Anwalt des Vaters hingegen betonte, sein Mandant habe dem Säugling zu keinem Zeitpunkt Gewalt zugefügt – und deutete zugleich an, die Mutter könnte selbst für die Verletzungen des Kindes verantwortlich sein.

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Schwere Verletzungen

Der 35-jährige Vater befindet sich seit Mai in Untersuchungshaft. Die Anklageschrift wirft ihm vor, das Mädchen mit solcher Wucht geschüttelt zu haben, dass dabei schwere innere Verletzungen entstanden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der deutsche Staatsbürger das Kind zwischen Mitte April und dem 28. Mai 2025 bei mindestens zwei Gelegenheiten über mehrere Sekunden hinweg heftig geschüttelt haben.

Der Mutter wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt, da sie trotz der erkennbaren Situation nicht eingegriffen haben soll. Das damals zwei Monate alte Mädchen musste im Mai notoperiert werden und schwebte zeitweise in akuter Lebensgefahr. Bei den anschließenden medizinischen Untersuchungen dokumentierten Ärztinnen und Ärzte ein schweres Verletzungsbild: Nahezu sämtliche Rippen des Säuglings waren gebrochen, zudem wurden Hirn- und Netzhautblutungen sowie eine lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlung im Gehirn festgestellt.

Ohne einen sofortigen chirurgischen Eingriff wäre das Kind nicht am Leben geblieben. Das Krankenhaus erstattete nach Bekanntwerden der Befunde Anzeige.

Urteil erwartet

Das Mädchen, dem es den Umständen entsprechend inzwischen besser gehen soll, lebt derzeit in einer Pflegefamilie. Am heutigen Verhandlungstag werden weitere Zeuginnen und Zeugen befragt.

Ein Urteil wird noch am späten Nachmittag erwartet.

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KO KOSMO-Redaktion
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