Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Kulturkampf

Schlag ins Gesicht“ – Demo gegen Kinderkopftuchverbot erhitzt Gemüter (VIDEO)

Schlag ins Gesicht“ – Demo gegen Kinderkopftuchverbot erhitzt Gemüter (VIDEO)
FOTO: iStock/EyeEm Mobile GmbH/Screenshot X
2 Min. Lesezeit |

Die heutige Demo gegen das Kinderkopftuchverbot sorgt für politischen Aufruhr. ÖVP und FPÖ reagierten mit scharfer Kritik auf die Protestankündigung.

Ein IT-Unternehmen hat für Freitagnachmittag eine Demonstration gegen das geplante Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren angemeldet. Laut behördlicher Registrierung werden rund 300 Teilnehmer erwartet, die gegen das Vorhaben der Ampelkoalition (SPÖ-ÖVP-NEOS-Regierung) protestieren wollen. Etwa hundert Personen waren vor Ort. Die Ankündigung dieser Kundgebung hat umgehend heftige Reaktionen im politischen Spektrum ausgelöst.

Besonders deutlich positionieren sich ÖVP und FPÖ gegen die geplante Demonstration. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti fand dabei unmissverständliche Worte: „Wer Extremismus auf der Straße verteidigt, hat in Österreich keinen Platz. Die geplante Demonstration gegen das Kinderkopftuchverbot ist ein Schlag ins Gesicht jedes aufrechten Demokraten in unserem Land.“

Scharfe Kritik

Die Volkspartei bekenne sich zu einer Linie der „null Toleranz für jene, die gegen das Kinderkopftuchverbot demonstrieren und sich als Gegner der freien und offenen Gesellschaft zu erkennen geben. Wer die Grundwerte unseres Zusammenlebens mit Füßen tritt und uns sein Weltbild und seinen Wertekanon aufzwingen will, hat keinen Platz in Österreich“, so Marchetti weiter.

⇢ Tausende Demonstranten blockieren Ring – Diese Strecken meiden

In ähnlicher Schärfe äußerte sich die freiheitliche Familiensprecherin Ricarda Berger, die allerdings auch die Regierungsparteien in die Verantwortung nimmt: „Weit haben es die Systemparteien gebracht, dass islamistische Extremisten jetzt schon ihre pure Verachtung für unsere Werte, unsere Kultur und unsere Art zu leben auf die Straße tragen.“

Forderung nach Ausweitung

Sie fordert eine Ausweitung des Verbots – das Kopftuch als Symbol des politischen Islam müsse vollständig aus dem Schulbereich verschwinden und für sämtliche Schülerinnen, Lehrkräfte und Betreuungspersonen untersagt werden. „Um klare Kante gegen den politischen Islam zu zeigen, fehlt der ÖVP aber jeglicher Mut.“

Die Kontroverse um die Demonstration verdeutlicht die grundsätzlichen Spannungslinien in der österreichischen Gesellschaft bezüglich religiöser Symbole im öffentlichen Raum. Während die Kritiker der Demonstration darin eine Gefährdung demokratischer Grundwerte sehen, richtet sich die Kritik gleichzeitig gegen die Ampelkoalition, der vorgeworfen wird, mit dem geplanten Verbot diese Konfrontation erst ausgelöst zu haben.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen