Ein Klettersteig im Salzkammergut, eine erfahrene Sportlerin – und plötzlich ein Biss, der alles verändert.
Eine Kreuzotter biss Simone Puchberger, eine 36-jährige Niederösterreicherin aus Haag, während einer Klettertour am linken Unterarm. Der Vorfall ereignete sich auf dem Intersport Donnerkogel-Klettersteig in Gosau im Salzkammergut, wo Puchberger gemeinsam mit einer Freundin unterwegs war. Puchberger hatte erst im Vorjahr eine Klettersteigausbildung beim Alpenverein absolviert – dennoch traf sie der Schlangenbiss völlig unvorbereitet.
„Der Biss war so schmerzhaft. Es hat total gebrannt, so wie wenn dir jemand mit einem Feuerzeug die Haut versengt“, schilderte sie die Situation. „Ich hab‘ meiner Freundin geschrien, die vor mir war.“
Rettung per Hubschrauber
Rund 40 Minuten nach dem Biss schwoll Puchbergers Unterarm stark an und verfärbte sich dunkelbraun-lila. Die beiden Frauen alarmierten daraufhin die Bergrettung, die ihnen riet, an Ort und Stelle zu bleiben und nicht weiterzuklettern. Schließlich rückte ein Rettungshubschrauber an, um Puchberger und ihre Begleiterin sicher zu bergen.
„Nach 40 Minuten war alles erledigt. Hut ab vor dem Team, es war alles super organisiert“, zeigte sich Puchberger im Nachhinein dankbar für den reibungslosen Einsatz.
Kreuzotterbisse in Österreich: Selten, aber ernst zu nehmen
Laut Giftnotruf-Zentrale Wien werden in Österreich pro Jahr im Mittel rund 19 Kreuzotter-Zwischenfälle registriert. Etwa 30 Prozent der Kreuzotterbisse sind sogenannte trockene Bisse ohne Giftabgabe, und nur rund 10 bis 15 Prozent der jährlich erfassten Bisse werden als schwerwiegend eingestuft. In Österreich ist seit den 1960er-Jahren kein Todesfall nach einem Kreuzotterbiss dokumentiert worden. Für gesunde Erwachsene gilt ein Kreuzotterbiss aufgrund der geringen Giftmenge als selten lebensbedrohlich.
Warnung für Bergsportler
Auf Facebook und Instagram berichtet Puchberger seither über ihre Erfahrung, um andere Outdoor-Sportlerinnen und -Sportler auf Gefahren aufmerksam zu machen, die auch auf viel frequentierten und bekannten Klettersteigen lauern können.
Das offizielle österreichische Gesundheitsportal empfiehlt nach einem Biss durch eine heimische Giftschlange wie die Kreuzotter, die betroffene Person am Ort des Geschehens zu lassen, die gebissene Extremität ruhigzustellen und die Wunde steril abzudecken. Körperliche Aktivität sollte vermieden werden. Umgehend sollten der Rettungsnotruf 144 oder der Euronotruf 112 sowie bei Vergiftungsverdacht die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43 kontaktiert werden. Ausdrücklich abgeraten wird davon, die Wunde auszusaugen, auszudrücken, aufzuschneiden oder die betroffene Extremität mit einem Kompressionsverband abzubinden.