Eine alte Hürde auf dem Weg ins Studium wackelt: Österreichs Universitäten stellen eine traditionsreiche Zugangsbedingung zur Disposition.
Die Universitätenkonferenz (uniko) spricht sich dafür aus, das Latinum als Voraussetzung für den Zugang zu zahlreichen Studiengängen in Österreich zu streichen. Die entsprechende Empfehlung wurde an Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) gerichtet. Betroffen von der vorgeschlagenen Neuregelung wären unter anderem Rechtswissenschaften, Medizin und evangelische Theologie.
Als Begründung führt die Konferenz an, dass viele Studierende ihren Lateinnachweis erst unmittelbar vor dem Studienabschluss erbringen – ein Umstand, der die Sinnhaftigkeit dieser Anforderung grundsätzlich infrage stellt. Uniko-Chefin Brigitte Hütter formuliert es so: „Daraus lasse sich ableiten, dass der Stoff auch ohne formale Lateinprüfung beherrschbar sei.“
Ausnahmen bleiben bestehen
Mehr als 30 Studiengänge könnten künftig ohne Lateinkenntnisse zugänglich sein. Ausgenommen von dieser Empfehlung sind jedoch Fächer, bei denen die Auseinandersetzung mit lateinischen Quellen als unverzichtbar gilt – darunter Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und katholische Theologie. Für diese Disziplinen soll die Lateinpflicht nach dem Willen der uniko bestehen bleiben.