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Inventur

Schönbrunn zählt durch: So viele Tiere leben im ältesten Zoo der Welt

Schönbrunn zählt durch: So viele Tiere leben im ältesten Zoo der Welt
Foto: iStock
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6.239 Tiere, 502 Arten – der Tiergarten Schönbrunn hat seinen Bestand gezählt. Und dabei gibt es einige Überraschungen.

Das Weibchen des Roten-Panda-Paares im Tiergarten Schönbrunn ist friedlich gestorben. Einmal pro Jahr nimmt der Tiergarten Schönbrunn seinen gesamten Tierbestand unter die Lupe. Laut einer Aussendung vom Donnerstag leben derzeit 6.239 Tiere aus 502 Arten und Haustierrassen im Zoo. Den größten Anteil stellen mit 2.842 Individuen die Fische, gefolgt von 801 Reptilien sowie 687 wirbellosen Tieren wie Quallen, Insekten und Korallen. Hinzu kommen 677 Vögel, 621 Säugetiere und 611 Amphibien.

Digitale Bestandserfassung

Die Erfassung erfolgt nicht durch manuelle Zählung vor Ort. Stattdessen werden in den einzelnen Tierpflegebereichen das gesamte Jahr über laufend genaue Bestandslisten geführt. Für die jährliche Inventur fließen diese Daten in den sogenannten Institutional Collection Plan (ICP, Sammlungsplan) ein, wo sie gebündelt und ausgewertet werden.

Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck erläuterte die Bedeutung dieses Instruments: „Der ICP ist ein wichtiges Werkzeug jedes wissenschaftlich geführten Zoos. Jede Tierart erfüllt bestimmte Kriterien: Sie kann stark gefährdet sein, einen hohen edukativen Wert haben, mit Artenschutz- oder Forschungsprojekten verknüpft sein oder als Flaggschiffart einen ganzen Lebensraum repräsentieren. Der ICP hilft uns, unseren Tierbestand langfristig zu entwickeln.“ Darüber hinaus dokumentiert der ICP, ob für eine Art ein Erhaltungszuchtprogramm besteht und welchen Gefährdungsstatus sie gemäß der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sowie der Roten Liste Österreich trägt.

Unter den Neuzugängen, die die aktuelle Inventur ausweist, befinden sich die vom Aussterben bedrohten Onager, das Große Panda-Paar sowie die gefährdeten Goldtakine. Ebenfalls neu aufgenommen wurden stark gefährdete Psychedelische Felsengeckos, die – wie einige andere Arten auch – ausschließlich hinter den Kulissen im Rahmen der Erhaltungszucht gehalten werden. Zoologischer Abteilungsleiter Rupert Kainradl erklärte: „Unser Tierbestand ändert sich immer wieder, etwa, wenn Anlagen umgebaut oder neu konzipiert werden. Dabei kommen neue Arten dazu, andere werden abgegeben.“

Zuchterfolge

Mit der Eröffnung des Artenschutzhauses im Vorjahr wurden zahlreiche bislang nicht öffentlich gezeigte, beschlagnahmte Arten erstmals für Besucherinnen und Besucher sichtbar gemacht. Bei den Vosseler-Zweihornchamäleons, den Nguru-Zwergchamäleons und weiteren Chamäleonarten wurde inzwischen die sogenannte F2-Generation (zweite Zuchtgeneration) erreicht. Dies bedeutet, dass die erste im Tiergarten geschlüpfte Generation dieser Tiere selbst erfolgreich Nachwuchs hervorgebracht hat – ein wesentlicher Meilenstein für den langfristigen Fortbestand dieser Arten, wie der Tiergarten betonte.