Wien ist nicht gleich Wien – zumindest nicht, wenn es ums Geld geht. Der neue Rechnungsabschluss zeigt: Die Schere zwischen den Bezirken ist groß.
Der aktuelle Rechnungsabschluss der Stadt Wien legt offen, wie unterschiedlich die finanzielle Lage der einzelnen Bezirke ist: 16 der insgesamt 23 Wiener Bezirke weisen Schulden auf. Die höchsten Verbindlichkeiten hat Wien-Leopoldstadt mit 17 Millionen Euro angehäuft, gefolgt von Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus mit 15,6 Millionen Euro, Wien-Favoriten mit knapp 13 Millionen Euro sowie Wien-Neubau und Wien-Alsergrund, die jeweils mit 10,6 Millionen Euro in der Kreide stehen.
Die Bezirke erhalten ihre Budgets aus Mitteln der Stadt Wien, wobei die genaue Budgethöhe unter anderem von Faktoren wie Bevölkerungszahl, Verkehrsflächen, Schulbau und Pflege von Grünanlagen abhängt. Laut Stadt Wien sind die Schuldenstände der Bezirke nicht direkt miteinander vergleichbar, weil sich die strukturellen Voraussetzungen und Aufgaben – etwa Stadtentwicklungsgebiete, Schulsanierungen, Umfang und Betreuungsaufwand von Verkehrsflächen sowie laufende Investitionsprojekte – deutlich unterscheiden.
Bezirke im Plus
Auf der anderen Seite des Spektrums stehen Bezirke, deren Haushaltslage deutlich komfortabler ist: Wien-Liesing verzeichnet ein Plus von 13,8 Millionen Euro, Wien-Floridsdorf von 11,5 Millionen Euro und Wien-Innere Stadt von 3,3 Millionen Euro.
Dass ausgerechnet jene Stadtteile mit den größten finanziellen Engpässen gleichzeitig von steigenden Mieten, hohen Lebenshaltungskosten und einem hohen Anteil an Sozialwohnungen geprägt sind, verschärft die Situation zusätzlich.