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Hitzeproblem

Schwitzen bis zum Kollaps: Österreichs Schulen werden zur Hitzefalle

Schwitzen bis zum Kollaps: Österreichs Schulen werden zur Hitzefalle
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4 Min. Lesezeit |

Schwitzen statt lernen: In Österreichs Schulen wird Hitze zum ernsthaften Gesundheitsrisiko – mit Folgen, die Forscher alarmieren.

Dass die Hitze in Österreichs Schulen längst kein Randthema mehr ist, belegt eine aktuelle Erhebung im Rahmen des Projekts „Climate Ready Schools“ eindrücklich. Mehr als 1.500 Personen beteiligten sich an der Befragung – und das Ergebnis fällt eindeutig aus: 88 Prozent der Teilnehmenden empfinden die Temperaturen im Schulbetrieb als belastend. Gesundheitliche und mentale Beschwerden stehen dabei im Vordergrund, wie ORF Wien berichtete.

Drei Viertel der Befragten gaben an, unter Konzentrationsproblemen sowie Müdigkeit und Erschöpfung zu leiden. Mehr als die Hälfte klagt über Kopfschmerzen. Dem Unterricht zu folgen fällt bei großer Hitze ebenfalls schwer: 66 Prozent der Befragten gaben an, bei hohen Temperaturen nicht mehr richtig mitzukommen.

Gesundheitsrisiko Schule

Fachleute weisen vor allem auf die besondere Verwundbarkeit junger Menschen hin. Die Umweltmedizinerin Daniela Haluza erklärt, warum Kinder und Jugendliche auf Hitze stärker reagieren als Erwachsene. „Junge Menschen reagieren besonders empfindlich auf Hitzebelastung, weil sie schneller Flüssigkeit verlieren und ihr Körper schlechter abkühlt im Vergleich zu Erwachsenen. Hitze in Schulen ist daher kein Komfortproblem, sondern ein evidenzbasiertes Gesundheits- und Bildungsrisiko“, warnte Haluza.

Verantwortet wird die Studie vom Austrian Institute of Technology und der Technischen Universität Wien. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die subjektive Wahrnehmung von Hitze in Schulgebäuden, deren Folgen für den Lernprozess sowie mögliche Gegenmaßnahmen. Die Befragungsergebnisse spiegeln dabei einen breiten Wunsch nach Veränderung wider.

91 Prozent der Teilnehmenden sind der Ansicht, dass Schulen entschiedener gegen Hitze vorgehen müssen. Besonders der Monat Juni wird als kritisch eingestuft: 97 Prozent erklärten, dass es in diesem Monat zumindest eine Woche lang zu heiß in der Schule sei.

Alarmierende Messwerte

Klimaforscher Martin Schneider mahnt, das Thema nicht aufzuschieben. „Wir sollten jetzt schon beginnen, Schulen hitzeresilient zu machen“, betonte Schneider im APA-Gespräch. Die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad hat sich in Wien seit der Klimaperiode 1961 bis 1990 von zehn auf mittlerweile 30 pro Jahr verdreifacht. Besonders auffällig sei, dass sich die Hitze inzwischen zunehmend auf die Schulmonate Juni und September auswirke.

Um ein präziseres Bild der Lage zu gewinnen, werden an mehreren Schulen Temperatur und Luftfeuchtigkeit wissenschaftlich gemessen. Ergänzend dazu halten Schülerinnen und Schüler ihren Schulalltag detailliert fest – etwa wann gelüftet wird, wie die Beschattung funktioniert und wie sie die Raumtemperatur persönlich wahrnehmen.

Erste Messungen an Schulen in Wien und Niederösterreich haben bereits deutliche Befunde geliefert. In zahlreichen Klassenräumen lagen die Temperaturen an vielen Tagen über 27 Grad, der Großteil der Unterrichtszeit im Juni wurde als „nicht behaglich“ eingestuft. „Am 26. Mai hatten wir den ersten 30er im Klassenraum“, so Schneider.

Einen klaren Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Schulen konnten die Forschenden bislang nicht feststellen, obwohl dies zunächst nahegelegen hätte. Zwar kühlen Gebäude auf dem Land in der Nacht häufig stärker aus, doch profitieren Schulen in der Stadt ihrerseits mitunter von der Verschattung durch umliegende Gebäude.

Milliarden für klimafitte Bundesschulen

Der Bund hat auf die Problematik bereits reagiert: Mit dem im Jahr 2024 gestarteten Schulentwicklungsprogramm 2030 stellt der Bund zusätzlich bis zu 3,2 Milliarden Euro für Neu- und Zubauten sowie umfassende Sanierungen von Bundesschulen bereit, wobei laut Bildungsministerium insbesondere Themen wie Hitze- und Klimaschutz bei der Planung berücksichtigt werden sollen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Bildungsminister Martin Polaschek hervor.

Für Neubauten und Generalsanierungen gilt dabei der klimaaktiv-Gebäudestandard des Bundes als verbindliche Grundlage. Dieser enthält unter anderem Anforderungen an sommerlichen Wärmeschutz, Verschattung und energieeffiziente Lüftungssysteme.

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KO KOSMO-Redaktion
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