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Verhandlungsabbruch

Sicherheitsbranche kracht: KV-Gespräche platzen nach 5 Stunden

Verhandlung Gespräch
(Symbolbild FOTO: iStock)

Die Kollektivvertragsverhandlungen im privaten Bewachungsgewerbe stecken in einer Sackgasse. Bei der zweiten Verhandlungsrunde am Dienstag kam es nach mehr als fünfstündigen Gesprächen zum Abbruch. Die Gewerkschaft vida zeigt sich in einer Presseaussendung enttäuscht über die Haltung der Arbeitgeberseite und bezeichnet deren Angebot als “Mogelpackung”.

Verhandlungsleiter Gernot Kopp von der vida kritisiert die Prioritätensetzung der Unternehmen: “Reine Profitinteressen bringen uns nicht weiter.” Aus seiner Sicht mangelt es den Arbeitgebern an Kompromissbereitschaft, was letztlich zum Scheitern der Gespräche führte.

Die Sicherheitsbranche verzeichnet laut Gewerkschaft eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Im Vorjahr konnten die Dienstleister ihre Umsätze um etwa neun Prozent steigern. Auch der bevorstehende Eurovision Song Contest in Wien verspricht zusätzliche Einnahmen für die Branche.

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Wirtschaftliche Lage

“Die Unternehmen sollten nicht nur an ihre Profite denken, sondern dafür sorgen, ihre bestehenden Mitarbeiter:innen langfristig zu halten. Ein wertschätzender KV-Abschluss wäre ein guter Anfang”, argumentiert Kopp.

Die Arbeitnehmervertretung fordert eine Lohnerhöhung über der rollierenden Inflation und strebt konkret ein Plus von 3,5 Prozent an. Kopp begründet diese Forderung mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten: “Mieten, Lebensmittel, Strom, Gas – all das ist teurer geworden. Unsere Kolleg:innen müssen von ihrer Arbeit leben und können sich keinen Lohnverzicht leisten.”

Strittige Angebote

Das Angebot der Arbeitgeberseite sieht hingegen für mehr als die Hälfte der Beschäftigten lediglich eine Erhöhung um 2,8 Prozent vor – ein Wert, der unter der aktuellen rollierenden Inflation von 3,01 Prozent liegt. Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen sind nicht vorgesehen.

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Kopp resümiert: “Am Ende des Tages blieb ein Scheinangebot übrig, das nicht hält, was es verspricht.”

Die Gewerkschaft beharrt auf einem Abschluss über der Inflationsrate, um die erhöhten Kosten für Grundbedürfnisse auszugleichen und die Mitarbeiterbindung zu stärken.

Die Arbeitgeberseite wird aufgefordert, über kurzfristige Gewinninteressen hinauszudenken und einen konstruktiven sozialpartnerschaftlichen Dialog zu führen.