Verlorene Ski, mysteriöse Umstände und ein entgangener Medaillentraum – der slowenische Skiverband kämpft nach dem Eklat bei der Skiflug-WM für Veränderungen.
Das Drama um die verlorenen Ski von Domen Prevc bei der Skiflug-WM in Oberstdorf zieht weitere Kreise. Der slowenische Skiverband SZS kündigte einen neuerlichen Protest beim Weltverband FIS an. „Was oben auf der Schanze passiert ist, ist nicht im Sinne des Skispringens. Es muss sich etwas ändern“, machte SZS-Sportdirektor Gorazd Pogorelcnik im Gespräch mit TV Slovenia seinem Ärger Luft.
Die Umstände, wie die Sprungski des frischgebackenen Weltmeisters überhaupt den Hang hinunterrutschen konnten, bleiben mysteriös. „Wir haben zwei verschiedene Darstellungen. Die erste besagt, dass Domen seine Ski an ein Zelt gelehnt hatte, von wo sie dann wegrutschten. Später tauchte eine zweite Version auf. Ein Vorspringer will gesehen haben, wie ein freiwilliger Helfer sich mit einem Regenschirm umdrehte und dabei die Ski berührte, die daraufhin auf die Schanze gerieten“, erklärte Pogorelcnik. Einer der Ski segelte anschließend etwa 50 Meter durch die Luft und kam erst im Auslaufbereich zum Stillstand. Glücklicherweise wurde niemand getroffen.
⇢ Olympia-Drama: Geiger stürzt ab, während Prevc in Sapporo triumphiert
Skis going down the hill WITHOUT Domen Prevc on them! 😂😂😂 #SkiJumping #fisskijumping #Oberstdorf2026 pic.twitter.com/RycKdMN3ce
— SquawkGaming 🇺🇦 (@SquawkGamingYT) January 25, 2026
Der Vorfall hatte gravierende Folgen: Prevc konnte nicht rechtzeitig sprungbereit sein und durfte im ersten Durchgang nicht mehr antreten. Damit waren die Medaillenhoffnungen des Titelverteidigers Slowenien im Teamwettbewerb dahin. Ein umgehend eingereichter Protest der Slowenen wurde mit 1:3 Stimmen abgewiesen. „Doch für uns ist die Angelegenheit noch nicht abgeschlossen“, betonte Pogorelcnik.
Forderung nach Veränderungen
Mit dem erneuten Protest will der slowenische Verband zwar keine nachträgliche Ergebniskorrektur erzwingen, aber die FIS zum Umdenken bewegen. „Es sollten Veränderungen stattfinden. Rund um das Kontrollzelt müssten Kameras installiert werden“, forderte der Sportdirektor.
Nach seinen Angaben hatte die Jury unmittelbar nach dem Zwischenfall Videoaufnahmen der fraglichen Szene angefordert. „Aber sie haben kein entsprechendes Material erhalten. Wäre dies der Fall gewesen, hätte die Entscheidungsfindung deutlich einfacher ausfallen können. So stand letztlich Aussage gegen Aussage“, erläuterte Pogorelcnik die Problematik.
Österreichs Silbermedaille
Im Teamwettbewerb der Skiflug-WM sicherte sich Österreich die Silbermedaille hinter Japan. Lediglich 9,6 Punkte fehlten zum Weltmeistertitel.
Stefan Kraft kommentierte den Vorfall um Prevc mit ungläubigem Staunen: „Ich bin lange dabei, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist sehr kurios.“