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Massenabschiebung

Statt Asyl werden hier 1,2 Millionen Afghanen abgeschoben!

Statt Asyl werden hier 1,2 Millionen Afghanen abgeschoben!
FOTO: EPA/YANNIS KOLESIDIS
2 Min. Lesezeit |

Massenabschiebung im Iran: Bis März sollen 800.000 weitere Afghanen das Land verlassen. Die Wirtschaftskrise treibt die Regierung zu drastischen Maßnahmen.

Der Iran hat in den vergangenen sechs Monaten bereits 1,2 Millionen afghanische Flüchtlinge abgeschoben und plant, diese Maßnahme fortzusetzen. Wie Innenminister Eskandar Momeni ankündigte, sollen bis März kommenden Jahres weitere 800.000 Afghanen das Land verlassen müssen. Damit würde die Gesamtzahl der Abschiebungen auf zwei Millionen ansteigen – ein Drittel der insgesamt sechs Millionen im Iran lebenden afghanischen Staatsangehörigen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna betonte der Minister, die Abschiebungen erfolgten ausschließlich im gesetzlichen Rahmen für Ausländer ohne gültigen Aufenthaltsstatus und seien nicht als „Fremdenfeindlichkeit“ zu verstehen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bestätigt diese Zahlen und berichtet, dass mehr als die Hälfte der 1,2 Millionen Afghanen zwangsweise abgeschoben wurde. Täglich werden nach UN-Angaben bis zu 30.000 Afghanen von den iranischen Behörden über die Grenze geschickt – eine der größten Massenabschiebungen der jüngeren Geschichte.

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Wirtschaftliche Notlage

Die drastischen Maßnahmen der iranischen Regierung stehen in direktem Zusammenhang mit der katastrophalen Wirtschaftslage des Landes. Trotz erheblicher Ölvorkommen befindet sich Iran in der schwersten ökonomischen Krise seiner Geschichte. Ursächlich dafür sind vor allem der langwierige Atomkonflikt mit westlichen Staaten und die daraus resultierenden internationalen Sanktionen, die die iranische Wirtschaft massiv belasten und zu hoher Arbeitslosigkeit führen.

Prekäre Situation

Die Situation der afghanischen Migranten ist dabei besonders prekär. Jährlich überqueren zahlreiche Afghanen illegal die rund 300 Kilometer lange Grenze zu Iran, getrieben von anhaltenden Konflikten, extremer Armut und fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrer Heimat. In den iranischen Großstädten arbeiten viele von ihnen im Niedriglohnsektor – etwa in kleinen Lebensmittelgeschäften oder auf Baustellen.

Sie haben sich den Ruf erworben, sowohl fleißig als auch kostengünstig zu sein, was sie für den iranischen Arbeitsmarkt attraktiv macht.

Internationale Kritik

Internationale Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen kritisieren die iranische Abschiebepraxis scharf. Viele Rückführungen würden ohne Rücksicht auf internationale Standards erfolgen. Zahlreiche Abgeschobene berichten nach ihrer Ankunft in Afghanistan von fehlender Unterkunft, medizinischer Versorgung und Nahrung. Die Abschiebungen wurden insbesondere während der jüngsten Spannungen zwischen Israel und Iran nochmals verschärft.

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KO KOSMO-Redaktion
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