Zwei Premieren, 50.000 Gäste und ein Finanzstreit im Hintergrund: Schönbrunn wird wieder zur größten Freilichtbühne Wiens.
Am Freitagabend öffnet Wien erneut die Tore zu einem seiner bekanntesten Klassikevents: Zum 22. Mal findet das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker vor der barocken Kulisse von Schloss Schönbrunn statt – und wieder werden Zehntausende Menschen erwartet.
Am Freitag, dem 19. Juni, verwandelt sich der Schlosspark Schönbrunn ab 20.45 Uhr in einen Konzertsaal unter freiem Himmel. Rund 50.000 Besucherinnen und Besucher kommen jedes Jahr zu diesem Ereignis, das durch ein Programm aus Oper, Operette und Musical geprägt ist – ergänzt durch Werke aus den Bereichen Ballett, Tanz und Kirchenmusik.
Diese Regeln gelten für Besucher
Wer das Sommernachtskonzert live im Schlosspark erleben möchte, sollte einige Regeln beachten. Der offizielle Einlass zu den Stehplatzbereichen über das Hietzinger Tor und das Meidlinger Tor beginnt laut Veranstalter gegen 17 Uhr. Für den Zugang zum Konzertgelände dürfen Besucherinnen und Besucher ausschließlich diese beiden Eingänge nutzen. Bei zu großem Andrang können die Parktore bereits vor Konzertbeginn geschlossen werden.
Nicht alles darf mit auf das Gelände: Taschen und Rucksäcke dürfen maximal A4-Format haben. Größere Gepäckstücke, Kinderwägen, Klappstühle, Decken, Sitzpölster, Bänke, Schirme, Stative, professionelle Kameras mit Wechselobjektiven sowie Video- und Audioaufnahmegeräte sind verboten. Auch Fahrräder, Roller und E-Scooter dürfen nicht in den Schlosspark mitgenommen werden. Eine Garderobe oder Abgabemöglichkeit gibt es nicht.
Auch bei Getränken gelten Einschränkungen: Aus Sicherheitsgründen ist die Mitnahme von Getränken in den Veranstaltungsbereich grundsätzlich untersagt. Erlaubt ist jedoch pro Person ein alkoholfreies Getränk mit maximal 0,5 Litern in einer PET-Flasche oder einem Tetra Pak. Tiere dürfen ebenfalls nicht auf das Park- und Veranstaltungsgelände mitgenommen werden.
Besonders wichtig: Die Gloriettewiese ist nicht Teil des Veranstaltungsgeländes. Wegen des Einsatzes einer Kameradrohne darf sie bei Flugproben beziehungsweise ab Veranstaltungsbeginn nicht mehr betreten werden. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, Absperrungen, gesperrte Wege und Grünflächen zu respektieren und den Anweisungen von Sicherheitsdienst, Polizei, Feuerwehr und Parkaufsicht Folge zu leisten.
Kostenloser Eintritt
Der Eintritt ist kostenlos, für den Stehplatzbereich sind keine Tickets erforderlich. Sollte eine drohende Überfüllung festgestellt werden, wird der gesamte Schlosspark für weitere Besucherinnen und Besucher gesperrt. Das Konzert ist auf ORF 2 ab 21.20 Uhr live zeitversetzt zu sehen, 3sat zeigt die Aufzeichnung am darauffolgenden Tag um 20.15 Uhr.
Zwei Debüts
Gleich zwei Debüts prägen das heurige Konzert: Am Dirigentenpult steht erstmals Lorenzo Viotti, und auch der walisische Bassbariton Sir Bryn Terfel tritt zum ersten Mal beim Sommernachtskonzert auf – obwohl ihn eine jahrzehntelange künstlerische Verbindung mit den Wiener Philharmonikern in Oper und Konzert verbindet.
Auf dem Programm stehen für Sir Terfel Arien aus Arrigo Boitos „Mefistofele“ und Giuseppe Verdis „Falstaff“, der Schlussgesang aus Richard Wagners „Rheingold“ sowie das Lied des Tevje aus Jerry Bocks Musical „Fiddler on the Roof“. Das vollständige Programm des Abends umfasst Werke von Franz von Suppè, Giacomo Puccini, Peter Iljitsch Tschaikowsky, Florence Price, Erich Wolfgang Korngold, Jules Massenet, Maurice Ravel und weiteren Komponisten.
Förderstreit beigelegt
Hinter den Kulissen gab es zuletzt Diskussionen um die finanzielle Unterstützung des Konzerts durch die Stadt Wien: Im Zuge von Sparmaßnahmen hatte die Wiener Stadtregierung im vergangenen Jahr angekündigt, die bisherige Förderung in Höhe von 250.000 Euro vollständig zu streichen.
Anfang April wurde dann jedoch bekannt, dass die Stadt doch einen Beitrag von 100.000 Euro leisten wird.