Stromkunden dürfen aufatmen: Der Verbund kündigt für 2026 eine drastische Preissenkung an. Mit dem neuen „Österreich-Tarif“ sollen Haushalte jährlich 200 Euro sparen.
Der Verbund senkt die Strompreise deutlich: Ab März 2026 zahlen Kunden weniger als zehn Cent pro Kilowattstunde. Diese Preisreduktion um etwa ein Drittel wurde am Montag von Verbund-Vorstandsvorsitzendem Michael Strugl angekündigt. Auf den Basispreis kommen noch Steuern und die regional unterschiedlichen Netzgebühren hinzu. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch bedeutet dies laut Strugl eine jährliche Ersparnis von rund 200 Euro.
Der neue „Österreich-Tarif“ gilt ab dem Frühjahr 2026 sowohl für Neu- als auch Bestandskunden und soll nicht nur günstigere Strompreise bringen, sondern auch den Markt beleben. Die Förderung des Wettbewerbs war ein Hauptziel der kürzlich umgesetzten Strommarktreform der Bundesregierung, die unter anderem eine Preis-Runter-Garantie und transparentere Abrechnungen vorsieht, wie das Bundeskanzleramt mitteilte.
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Regierungsreaktion
„Wir sehen, dass günstige Energiepreise eine der entscheidenden Zukunftsfragen für unseren Standort, ein leistbares Leben und den Wohlstand in unserem Land sind. Sie entscheiden darüber, wie wettbewerbsfähig unsere Betriebe sind, wie stark unser Standort bleibt und wie spürbar Entlastungen im Alltag der Menschen ankommen. Deshalb haben wir als Bundesregierung konsequent und Schritt für Schritt gehandelt – mit der Senkung der Elektrizitätsabgabe, der Dämpfung der Netzkosten, der Reform des Strommarktes und klaren Garantien für faire Preise“, betonte dabei Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP).
„Der Österreich-Tarif des Verbund ist auf diesem Weg ein weiterer großer Schritt: Er sorgt für deutlich niedrigere Energiepreise und stärkt zugleich den Wettbewerb am Strommarkt. Genau diesen Anspruch haben wir auch an alle anderen Energieversorger mit öffentlicher Beteiligung. Denn Wettbewerb ist der zentrale Schlüssel für dauerhaft günstigere Preise“, so der Regierungschef weiter.
Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer unterstrich die Bedeutung der Maßnahme: „Als Bundesregierung sind günstigere Strompreise und eine Entlastung der Österreicher/innen unser oberstes Ziel. Dabei müssen auch die Energieversorger Verantwortung übernehmen und für günstige Preise und neuen Wettbewerb sorgen. Mit dem Ö-Tarif tut der Verbund als österreichisches Staatsunternehmen genau das – jetzt sind auch andere Energieversorger gefordert, es dem Verbund gleichzutun. Nach dem Rot-Weiß-Roten Energieentlastungspaket und der Reform des Strommarktes ist der Ö-Tarif der nächste große Punkt zur Senkung der Strompreise. Gleichzeitig unterstreichen wir einmal mehr die strategisch bedeutsame Rolle der Staatsbeteiligungen für den Standort und den Wohlstand Österreichs.“
Wechselbereitschaft fördern
Die Maßnahme gewinnt besonders an Relevanz angesichts der geringen Wechselbereitschaft der österreichischen Verbraucher. Die Hälfte aller Stromkunden hat ihren Anbieter noch nie gewechselt, und die jährliche Wechselrate liegt bei lediglich 4,5 Prozent – im Vergleich zu 18 Prozent in Italien. Dabei ist ein Tarifvergleich unkompliziert und birgt erhebliches Sparpotenzial. Zudem würde eine höhere Wechselbereitschaft den Wettbewerb ankurbeln und langfristig zu niedrigeren Preisen führen.
Die Regierung hat bereits mehrere Maßnahmen zur Strompreissenkung umgesetzt: die Reduzierung der Elektrizitätsabgabe, die Senkung des Ökostrombetrags, eine Netzkostenbremse durch Auflösung von Regulierungskonten sowie die Reform des Strommarktes durch das Billig-Strom-Gesetz, das unter anderem eine Niedrigpreis-Garantie, einen Sozialtarif und dynamische Tarifmodelle umfasst.