In der digitalisierten Welt des 21. Jahrhunderts entscheidet oftmals ein einziger Wisch auf dem Smartphone-Display über das Schicksal einer potenziellen Romanze. Online-Dating-Apps haben die Art und Weise, wie wir uns kennenlernen und lieben, revolutioniert. Doch wie entscheidend ist das äußere Erscheinungsbild wirklich in diesem digitalen Liebeskarussell?
Die Body-Positivity-Bewegung hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Körper so zu akzeptieren und zu lieben, wie er ist – unabhängig von Größe, Gewicht oder sonstigen äußeren Merkmalen. Doch trotz dieser positiven Bewegung leiden immer mehr Menschen unter „Body Anxiety“, der Angst, nicht dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen.
Die Rolle der Attraktivität im digitalen Dating
Eine kürzlich durchgeführte Studie des Dating-Portals ElitePartner hat sich mit genau diesem Thema beschäftigt. Befragt wurden 2380 deutsche Singles, die erstaunliche Einblicke in ihr Dating-Verhalten und das Ausmaß ihrer „Body Anxiety“ gaben. Jeder zweite Single zweifelt demnach an seiner eigenen Attraktivität, und jeder vierte lässt sich von diesen Zweifeln sogar so sehr beeinflussen, dass er ein Date deswegen absagt.
Die Schattenseiten der Schönheitsideale
Diplom-Psychologin Lisa Fischbach erklärt bei ElitePartner.de dazu: „Gründe finden sich in Schönheitsidealen, die durch (soziale) Medien geschürt werden und so Standards setzen: in der Wahrnehmung und den Denkmustern, was attraktiv ist. Zudem hat sich eine permanente Bewertungskultur etabliert, die oft intolerant mit Anderssein umgeht und vielfach zu Verletzungen führt.“
Die gute Nachricht: Innere Werte zählen mehr
Trotz der allgegenwärtigen „Body Anxiety“ und den hohen ästhetischen Standards, die durch die Medien vermittelt werden, zeichnet sich ein ermutigendes Bild ab: Die Hälfte der befragten Singles legt mehr Wert auf innere Werte als auf das äußere Erscheinungsbild. 60 % haben sogar keine Lust auf einen Partner, der besonders eitel ist.
Der Fluch der Schönheit
Interessanterweise wirkt sich auch ein überdurchschnittlich gutes Aussehen nicht immer positiv auf das Dating-Leben aus. Ein Drittel der Befragten fühlt sich von einem attraktiven Gegenüber sogar eingeschüchtert und beginnt, das eigene Aussehen infrage zu stellen.
„Body Anxiety“ ist ein weitverbreitetes Phänomen und betrifft jeden zweiten Single. Doch es gibt Hoffnung: Denn wir sind oft unsere schärfsten Kritiker. Also trau dich, sei du selbst und lass dich nicht von den hohen ästhetischen Standards der Gesellschaft entmutigen. Denn am Ende zählen die inneren Werte mehr als das Aussehen.