Zweimal vor Gericht, zweimal freigesprochen – der Fall eines 17-jährigen Syrers sorgt erneut für Aufsehen.
Ein 17-jähriger Syrer ist zum zweiten Mal vor Gericht freigesprochen worden. Nachdem er im Dezember 2024 im Zusammenhang mit dem Fall einer mutmaßlich mehrfach sexuell missbrauchten 12-Jährigen in Wien nicht rechtskräftig freigesprochen worden war, stand er diesmal wegen eines Videos auf seinem Mobiltelefon vor dem Richter. Die Aufnahme zeigte Missbrauchsdarstellungen eines minderjährigen Mädchens.
Das Gericht folgte seiner Erklärung, wonach er das Material über einen Telegram-Chat erhalten habe, und sprach ihn vom Vorwurf des Besitzes von kindlichem Missbrauchsmaterial frei.
Zurückhaltendes Auftreten
Der nach wie vor arbeitslose Jugendliche, der derzeit einen AMS-Kurs absolviert, trat diesmal deutlich zurückhaltender auf als bei früheren Verfahren. Sein Anwalt Wissam Barbar hatte ihn offensichtlich gut auf den Auftritt vorbereitet.
Ein anderes Bild hatte er zuletzt abgegeben, als er und seine Begleiter den damaligen Freispruch mit provokanten Gesten in Richtung anwesender Journalisten gefeiert hatten – ein Verhalten, das das Opfer und dessen Familie tief verletzte.
Weiteres Verfahren
Das nun abgeschlossene Verfahren geht unmittelbar auf die Auswertung seines Handys im Zuge des sogenannten „Falls Anna“ zurück. Die damals ausgeklammerten Vorwürfe wurden in einem selbständigen Prozess nachgeholt.
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall dadurch, dass der Jugendliche möglicherweise in ein weiteres Strafverfahren verwickelt ist, in dem ihm Missbrauch, Tritte und Bespucken einer 12-Jährigen vorgeworfen werden.
Für ihn gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.