Ein tragisches Ereignis erschüttert die idyllische Gemeinde Naarn im Marchland: Eine 60-jährige Joggerin wurde während ihrer morgendlichen Laufroutine von einem Hund attackiert und erlag ihren schweren Verletzungen. Der American Staffordshire Terrier, der zum Zeitpunkt des Vorfalls keinen Beißkorb trug, gehört einer örtlichen Züchterin, die bei dem Versuch, ihren Hund zurückzuhalten, selbst schwer verletzt wurde.
Der Vierbeiner, der für den tödlichen Angriff verantwortlich ist, wurde noch am selben Tag eingeschläfert. Die Züchterin, die bei dem Zwischenfall schwer verletzt wurde, konnte bisher noch nicht zu dem Vorfall befragt werden. Nach einer medizinischen Versorgung in einem Linzer Spital wurde sie in eine psychiatrische Abteilung verlegt.
Inzwischen hat das juristische Nachspiel des Vorfalls begonnen. „Das Verfahren wird jetzt nicht wegen fahrlässiger, sondern wegen grob fahrlässiger Tötung geführt. Somit droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren“, so eine Quelle, die mit dem Verfahren vertraut ist.
Die restlichen vier Hunde der Züchterin wurden in der Zwischenzeit abgeholt und an einen unbekannten Ort in Österreich gebracht. „Die Halterin hat sich freiwillig dazu entschieden, die übrigen vier Hunde abzugeben“, bestätigte eine Sprecherin der Bezirkshauptmannschaft. Bürgermeister Martin Gaisberger (ÖVP) fügte hinzu: „Die Nachbarn waren sehr erleichtert, dass alle Hunde jetzt weg sind.“
enormer Druck
Über den Verbleib der Hunde wird derweil spekuliert. Willy Schnebel von der Tierrettung OÖ berichtet: „Auch wir wurden gefragt, ob wir sie nehmen können, haben aber abgelehnt.“ Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe Lochen (Bez. Braunau) äußert die Vermutung: „In Oberösterreich sind alle Tierschutzorganisationen voll, auch wir gehen davon aus, dass die Hunde in Wien sind.“
Das Züchterpaar, das in Naarn lebt, steht unterdessen unter enormem Druck. Sie wohnen mit ihrem einjährigen Sohn und vier weiteren Hunden in einem Einfamilienhaus. Der Sohn wurde vorübergehend bei seiner Großmutter untergebracht. Die Frau der verletzten Hundebesitzerin schildert die belastende Situation: „Hier geht es nicht mehr. Wir bekommen Morddrohungen und werden beschimpft.“
