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Hightech

Toilettenpapier vor dem Aus? Diese Toiletten erobern Europa

Toilettenpapier vor dem Aus? Diese Toiletten erobern Europa
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2 Min. Lesezeit |

Die in Japan längst alltäglichen „Washlets“ (japanische Hightech-Toiletten) finden nun auch in Europa zunehmend Anklang. Diese technologischen Wunderwerke der Sanitärtechnik bieten weit mehr als nur eine Alternative zum herkömmlichen Toilettenpapier.

Mit Funktionen wie präzisen Wasserstrahlen zur Intimreinigung, Warmlufttrocknung und sogar automatisch öffnenden Deckeln versprechen sie eine Revolution im europäischen Badezimmer. Weitere Komfortfunktionen umfassen beheizte Sitze, geruchsneutralisierende Filter, Geräuschprogramme zur Diskretion und selbstreinigende Düsen, die vor und nach jeder Nutzung automatisch gesäubert werden. Der Umweltaspekt spielt dabei eine zentrale Rolle: Während für die Herstellung einer Toilettenpapierrolle etwa 140 Liter Wasser benötigt werden, kommen die Hightech-Toiletten mit deutlich weniger Ressourcen aus.

In Japan sind Washlets bereits Standard – rund 80 Prozent der Haushalte nutzen diese Technologie, während sie in Europa erst allmählich an Popularität gewinnt.

Finanzielle Hürden

Doch der Weg zur flächendeckenden Verbreitung ist steinig. Mit Einstiegspreisen von rund 1.200 Euro und Premiummodellen, die bis zu 7.000 Euro kosten können, stellen die intelligenten Toiletten für viele eine erhebliche Investition dar. Hinzu kommen bauliche Herausforderungen: Oft müssen zusätzliche Stromanschlüsse verlegt und bestehende Badezimmereinrichtungen angepasst werden.

Nicht zu unterschätzen ist auch die kulturelle Komponente – die Verwendung von Toilettenpapier ist in westlichen Gesellschaften tief verankert, und viele Menschen begegnen der neuen Technologie mit Skepsis oder schlichtweg Unwissenheit.

Wissenschaftliche Vorteile

Dennoch gewinnt die Bewegung an Fahrt. In sozialen Medien sorgen begeisterte Nutzerberichte für Aufmerksamkeit, und das wachsende Umweltbewusstsein spielt den Washlet-Herstellern in die Hände. Die Wissenschaft liefert weitere Argumente: Eine 2022 im Fachjournal „Journal of Water, Sanitation and Hygiene for Development“ veröffentlichte Studie belegt, dass Bidets Mikroorganismen nach dem Toilettengang deutlich effektiver reduzieren als Papier.

Mediziner empfehlen die Wasserreinigung besonders für Menschen mit empfindlicher Haut oder Hämorrhoiden. Diese Kombination aus ökologischen, hygienischen und gesundheitlichen Vorteilen könnte langfristig den Durchbruch für die smarten Toiletten bedeuten.

Selbst wenn der Abschied vom Toilettenpapier vielen Europäern noch schwerfällt.

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KO KOSMO-Redaktion
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