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Eskalation

Ukraine-Waffenruhe: Polen bereitet sich auf Angriff Russlands vor

Ukraine-Waffenruhe: Polen bereitet sich auf Angriff Russlands vor
EPA-EFE/Artur Reszko
3 Min. Lesezeit |

Polens Sorgen wachsen angesichts einer möglichen Waffenruhe in der Ukraine. Der außenpolitische Ausschuss warnt vor russischen Provokationen an den Grenzen.

In einem zunehmend angespannten geopolitischen Klima sieht Polen die Aussicht auf eine Waffenruhe in der Ukraine mit wachsender Besorgnis. Diese Bedenken äußerte Paweł Kowal, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im polnischen Parlament, in einem Interview. Kowal, der auch als ehemaliger Staatssekretär im polnischen Außenministerium tätig war, warnte vor möglichen Propagandaaktionen und Sabotageakten, die Polen im Falle einer Waffenruhe von Seiten Russlands drohen könnten. Tägliche Provokationen an den Grenzen zu Belarus und Russland verstärken diese Sorgen.

Kowal betonte, dass Polen im Visier von Wladimir Putins Russland stehe. Er argumentierte, dass Putin besessen von Polen sei, da er dem Land die Schuld an der gescheiterten Unterwerfung der Ukraine gibt. Polen habe maßgeblich zur Mobilisierung des Westens nach der russischen Invasion beigetragen, was dazu führte, dass Russland Kiew nicht einnehmen konnte. Auch andere mitteleuropäische Staaten seien laut Kowal potenzielle Ziele Putins.

⇢ Putin warnt: Waffenruhe in weiter Ferne – Verhandlungen angespannt

Internationale Beziehungen

Mit Blick auf die internationalen Beziehungen riet Kowal, den öffentlichen Äußerungen aus Washington im Ukraine-Konflikt nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. „Es ist wichtig zu verstehen, dass man zwischen Aussagen oder Tweets und der tatsächlichen Politik unterscheiden muss.“ Er hob hervor, dass die USA ein Interesse an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Ukraine haben, die nur durch militärischen Schutz gewährleistet werden könne. Amerikanische Investoren betrachten derzeit sogar den Osten Polens als eine risikobehaftete Region.

Kowal äußerte, dass die USA einen Zerfall Russlands verhindern wollen und in der Vergangenheit Russland in Krisensituationen unterstützt haben, etwa nach der Revolution 1917 und dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In Washington herrsche die Befürchtung, dass ein Zerfall Russlands zu einer Destabilisierung führen könnte.

Europäische Verteidigung

Angesichts der Sicherheitslage sprach sich Kowal eindringlich für eine Stärkung der europäischen Verteidigung aus. Polen investiere intensiv in seine militärische Kapazität, um andere europäische Staaten zu motivieren. Mit der größten Armee der Europäischen Union und der drittgrößten innerhalb der NATO, nach den USA und der Türkei, sieht sich Polen gut gerüstet, seine Grenzen effektiv zu verteidigen.

Kowal unterstützte die Kritik amerikanischer Politiker, dass Europa in den letzten Jahrzehnten zu wenig in seine Verteidigung investiert habe. Er äußerte Zweifel, ob das von der EU-Kommission angekündigte Aufrüstungspaket von 800 Milliarden Euro ausreichen werde. Von größerer Bedeutung sei die jüngste Entscheidung Deutschlands, mehr für die Aufrüstung auszugeben.

Darüber hinaus sieht Kowal Russland bereits in einem regulären Krieg mit der Europäischen Union, auch gegen das neutrale Österreich. Er bezeichnete es als naiv zu glauben, dass Russland die europäischen Werte respektieren würde. Im Streit um Grönland stellte er sich klar auf die Seite Dänemarks und verwies auf die NATO, in deren Rahmen die Sicherheit des Atlantiks zu erörtern sei.

Abschließend zeigte sich Kowal optimistisch hinsichtlich der polnischen Präsidentenwahlen am 18. Mai. Er äußerte die Überzeugung, dass der Regierungskandidat Rafal Trzaskowski gewinnen werde, wie es auch alle Umfragen nahelegen. Ein Zerfall der Koalition im Falle eines Sieges des Oppositionskandidaten Karol Nawrocki sei nicht zu erwarten.

Nawrocki, ein Politiker der rechtskonservativen PiS (Recht und Gerechtigkeit), würde wohl die Obstruktionspolitik des scheidenden Präsidenten Andrzej Duda fortsetzen, doch dies sei laut Kowal ein Grund, warum die Wähler ihn nicht unterstützen würden.

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KO KOSMO-Redaktion
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