Ein Schild in einer Kinderarztpraxis, das vorschreibt, dass nur Deutsch gesprochen wird und Behandlungen ohne ausreichende Deutschkenntnisse abgelehnt werden, hat zu Kontroversen geführt. Einige sehen es als notwendig für eine sichere Behandlung, während andere Rassismus vorwerfen; positive Rückmeldungen kommen von Familien, die nun Dolmetscher mitbringen.

In einer Kinderarztpraxis in Kirchheim unter Teck (Deutschland) hat ein kürzlich aufgestelltes Schild für Kontroversen gesorgt – sowohl lokal als auch in sozialen Netzen. Auf dem Schild am Empfang prangt die Mitteilung: „Wir sprechen hier in der Praxis ausschließlich Deutsch!“ Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass, sollten sich Patienten aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht verständigen können und kein Dolmetscher anwesend sein, eine Behandlung – abgesehen von Notfällen – zukünftig abgelehnt werden müsse.
Reaktionen
Seit der Aufstellung des Schildes vor rund zwei Monaten hat es unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Einige betrachten es als notwendige Maßnahme, um eine effiziente medizinische Kommunikation zu gewährleisten, während andere es als ausschließend betrachten und dem Praxisinhaber Ulrich Kuhn Rassismus vorwerfen.
Kuhn verteidigt die Maßnahme energisch. „Unser Ziel ist es, eine risikofreie, sichere und vernünftige Behandlung aller Patienten zu gewährleisten“, erklärt er. Die Einführung des Schildes sei ein Schritt, um die Versorgung in diesem Sinne zu verbessern.
Wachsende Herausforderung
Die Zahl der Patienten, die kaum Deutsch sprechen, ist laut Kuhn gestiegen. Dies erschwert die Diagnose und Behandlung. „Impfungen beispielsweise sind ein sensibles Thema, bei dem eine präzise Aufklärung und Zustimmung unerlässlich sind“, erklärt Kuhn.
Positive Rückmeldungen
Kuhn berichtet trotz der Kontroverse von einer überwiegend positiven Resonanz. Insbesondere von Familien mit Migrationshintergrund, die nun häufiger Dolmetscher zu den Terminen mitbringen.
Die Landesärztekammer Baden-Württemberg und die Kassenärztliche Vereinigung Stuttgart betonen, dass Ärzte in Fällen von Verständigungsschwierigkeiten einen erheblichen Ermessensspielraum haben.
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