Ein vermeintlicher Ausflug zu McDonald’s endet in einer Tragödie. In den Niederlanden steuerte ein Vater sein Auto mit zwei Kindern absichtlich in einen Kanal.
In der niederländischen Provinz Groningen endete die Suche nach zwei vermissten Kindern mit einer erschütternden Entdeckung. Der zehnjährige Jeffrey und seine achtjährige Schwester Emma wurden tot geborgen, nachdem ihr 67-jähriger Vater Klaas Bijl sein Fahrzeug absichtlich in einen Kanal gesteuert hatte. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Vater einen erweiterten Suizid geplant hatte – ein Abschiedsbrief in seiner Wohnung bestätigte diesen Verdacht.
Zuvor hatte die Polizei mit einer großangelegten Fahndung nach dem Vater und seinen Kindern gesucht. Fotos der Vermissten kursierten in niederländischen und deutschen Medien, während die Öffentlichkeit auf ein glimpfliches Ende hoffte. Diese Hoffnung wurde nun zunichte gemacht.
Schwierige Lebensumstände
Die Gemeinde Beerta zeigt ihre Trauer durch Flaggen auf Halbmast. Klaas Bijl lebte unter prekären Umständen – sein Haus glich nach Angaben von Zeugen einem Schrottplatz. Eine Verwandte berichtete von seinen Alkoholproblemen und dass die Kinder nicht mehr bei ihm leben wollten. Jeffrey hatte sogar seine in Delfzijl wohnende Mutter kontaktiert, doch die Behörden konnten offenbar nicht eingreifen.
Am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr nahm das Unheil seinen Lauf. Bijl stieg mit Jeffrey und Emma ins Auto und täuschte einen Ausflug zu McDonald’s vor. Einem Freund gegenüber äußerte er jedoch seine wahre Absicht – er wolle mit den Kindern „ins Paradies“. Besorgte Freunde versuchten, ihn aufzuhalten und nahmen ihm die Autoschlüssel ab, doch Bijl hatte vorgesorgt und einen Ersatzschlüssel dabei.
Große Anteilnahme
Die später geborgenen Leichen wurden zweifelsfrei als die der beiden Geschwister und ihres Vaters identifiziert. Die Anteilnahme in der Region ist überwältigend: Für die Hinterbliebenen wurden bereits 57.000 Euro gesammelt. Sowohl am Unglücksort als auch in der Grundschule in Delfzijl entstanden spontane Gedenkstätten.
Ungeklärt bleibt, ob Klaas Bijl jemals professionelle Hilfe gesucht oder erhalten hat. An der Unglücksstelle am Kanal haben trauernde Anwohner Blumen und Stofftiere niedergelegt – stumme Zeugen einer Tragödie, die eine ganze Gemeinschaft erschüttert.