Fall Hadishat: Verdächtiger ging nach Mord seelenruhig in Elite-Schule

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Fall Hadishat: Verdächtiger ging nach Mord seelenruhig in Elite-Schule

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(FOTO: Privat, Facebook-Screenshot)

Um den Mord an dem siebenjährigen Mädchen aus dem 19. Wiener Gemeindebezirk wird es nicht still. Im Stundentakt werden neue Hintergründe zu der grausamen Bluttat bekannt.

Der geständige mutmaßliche Täter, Robert K. tötete laut eigener Aussage die Nachbarstochter Hadishat (7) brutal im Badezimmer. (KOSMO berichtete) Die Art und Weise wie der 16-Jährige dem Mädchen das Leben nahm, ist für die Öffentlichkeit nur schwer begreiflich.

Ermittler haben berichtet, dass er sich bei der ersten Einvernahme emotionslos und relativ gefasst gezeigt habe, was dem grausamen Mord eine weitere Dimension an Brutalität gibt. Auch der Vater des mutmaßlichen Täters meldete sich zu Wort und enthüllte, dass sein Sohn sogar seinen jüngeren Bruder ermorden wollte. (KOSMO berichtete)

Auch wenn er sich im ersten Gespräch mit der Polizei offen und kaltblütig zeigte, so verweigerte Robert K. vergangenen Dienstag die zweite Einvernahme. Laut Polizeisprecherin Irina Steirer habe er dafür keine Gründe genannt. Allerdings betonte sie, dass ihm rein rechtlich zustehe, eine Einvernahme zu verweigern.

Nach Mord seelenruhig zur Schule
Nun wurde auch bekannt, dass es sich bei Robert K., der in Tschetschenien zur Welt kam und mit zwei Jahren nach Wien zog, ein katholisches Privatgymnasium in Wien Döbling besuchte. Nachdem ihn, wie „Österreich“ berichtet, Klassenkameraden am Dienstag auf Fotos in der Zeitung erkannt haben, erlitten sowohl Schüler, Eltern als auch Lehrer den Schock ihres Lebens.

„Er kam in die Schule, als wäre nichts passiert, setzte sich in die Klasse und spielte mit dem Handy rum. Den ganzen Tag blieb er völlig unauffällig. Er redete mit niemandem, beteiligte sich kaum am Unterricht und war wie immer mitnichten ein Musterschüler“, so die Mutter einer Klassenkameradin des Gymnasiums Maria Regina zu „Österreich“.

Ebenso soll Robert K., entgegengesetzt zur den vorhergehenden Berichten, kein guter Schüler gewesen sein und die 5. Klasse zum zweiten Mal besuchen. Auch heuer stünde es um seine Noten nicht besonders gut. „Er war einfach seltsam. Ein Außenseiter, der sich etwa als Einziger weigerte, der WhatsApp-Gruppe der Klasse beizutreten. Mit meiner Tochter hat er in den neun Monaten, die sie zusammen in die Klasse gingen, kein einziges Wort gesprochen“, so die Informantin weiter.

Seit gestern soll im Maria Regina-Gymnasium ein Kriseninterventionsteam tätig sein, welches mit der Unterstützung von Priestern und Psychologen versucht, die beunruhigten Schüler und Eltern zu beruhigen.

25 Jahre Haft und Einweisung für Robert K.?
Heiß diskutiert wird auch das mögliche Strafmaß, dass beim Verdächtigten angewandt werden wird. „Bei der Strafbemessung wird man sich wohl an der Höchststrafe orientieren. Hier gilt ein maximales Strafmaß von 15 Jahren. Aufgrund der Schwere der Tat ist allerdings nicht zu erwarten, dass der Strafrahmen weit darunterliegen wird. Er sollte meiner Meinung nach wohl deutlich über zehn Jahren Freiheitsstrafe bekommen“, erklärte der Strafjurist Manfred Arbacher-Stöger im Interview für die „Kronen Zeitung“.

Ebenso gab der Jurist an, dass auch das junge Alter des möglichen Kindermörders erschwerend bei der Strafbemessung hinzukommen könnte, da er trotz seiner 16 Jahre zu einer solch grausamen Tat fähig gewesen sei.

Mit großer Sicherheit droht Robert K. auch eine Einweisung in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, da ihm das Motiv fehle. Gutachten sollen nun feststellen, ob bzw. unter welchen psychischen Erkrankungen beim Mordverdächtigten vorliegen. „Ich gehe jedoch davon aus, dass er durchaus 25 Jahre in Haft bzw. in der Anstalt verbringen werden wird – vorausgesetzt natürlich, er gilt danach als geheilt“, so Arbacher-Stöger abschließend.

Derzeit liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft Wien und Robert K wurde bereits in die Justizanstalt eingeliefert.