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3000 Tote

Vertuschungsversuch: Skandal um verseuchte Blutkonserven

(FOTO: iStock/toeytoey2530)
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In einem beispiellosen Bericht, der am gestrigen Tage veröffentlicht wurde, wurde ein erschreckendes Bild der Vernachlässigung und Vertuschung im Zusammenhang mit dem größten Skandal des britischen Gesundheitssystems offenbart.

Bei diesem Skandal waren in den 1970er und 1980er Jahren bis zu 30.000 Menschen durch kontaminierte Blutprodukte infiziert worden. Aus den umfangreichen Untersuchungen, geht hervor, dass mehr als 3.000 Menschen ihr Leben verloren, nachdem sie bei Bluttransfusionen oder anderen Behandlungen mit HIV oder Hepatitis C infiziert wurden. Die Tragödie, die aufgrund von vernachlässigten Sicherheitsstandards und gezielten Vertuschungsaktionen zustande kam, hätte weitgehend vermieden werden können.

Ein dunkles Kapitel der medizinischen Geschichte

Es handelt sich vorwiegend um Patienten, die Bluttransfusionen nach Unfällen oder Operationen benötigten oder wegen Blutarmut mit Blutplasma-Produkten behandelt wurden. Der mehr als 2.500 Seiten starke Untersuchungsbericht deckt einen „Katalog des Versagens“ auf. Er deckt auf, dass nahezu 3.000 Personen infolge der Verunreinigungen ihr Leben verloren haben, und warnt vor weiteren möglichen Todesfällen in den kommenden Jahren

Es wird dargelegt, dass viele Regierungsbeamte aktiv Dokumente vernichteten und Patienten bewusst unakzeptablen Infektionsrisiken ausgesetzt wurden. Diese Handlungen führten zu einer der schlimmsten Katastrophen im Gesundheitswesen des Vereinigten Königreichs.

Nationale Schande

Während einer Parlamentssitzung in London drückte Premierminister Rishi Sunak sein tiefes Bedauern aus und bezeichnete die Aufdeckungen eines neuen Berichtes als nationale Schande. Sunak gestand ein, dass durch Versäumnisse von Verantwortlichen, die die Ausbreitung der Infektionen hätten verhindern können, viele Opfer hätten vermieden werden können.

Neben der Verschleierung der Katastrophe, insbesondere durch die Vernichtung von Dokumenten in den 1990ern, werfen die Untersuchungsergebnisse ein dunkles Licht auf die damaligen Gesundheits- und Regierungsverantwortlichen. Nicht zuletzt wegen des Einsatzes infizierter Blutprodukte an Kindern mit Gerinnungsstörungen, denen anstatt Hilfe Krankheit und Tod gebracht wurde. Von 122 betroffenen Schülern einer speziellen Schule haben nur 30 überlebt.

Regierung verspricht Entschädigung

Aufgrund der Ergebnisse des Berichts und des daraus resultierenden öffentlichen Drucks, hat der Premierminister Rishi Sunak im Parlament eine „umfassende Entschädigung“ für die Opfer versprochen und sich „von ganzem Herzen und uneingeschränkt für diese furchtbare Ungerechtigkeit“ entschuldigt. Die Opferverbände haben diese Ankündigung begrüßt und sehen darin einen ersten Schritt zur Aufarbeitung der tragischen Ereignisse.

Fazit der Untersuchung

Brian Langstaff, der Vorsitzende der Untersuchungskommission, erläuterte, dass das Vertrauen der Menschen in das Gesundheitssystem und in die Regierung grundlegend erschüttert wurde. Die Behauptungen früherer Regierungen, die Patienten hätten stets die beste verfügbare Behandlung erhalten und Tests auf kontaminierte Blutprodukte seien zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingeführt worden, wurden als unwahr entlarvt.