**Vom Heringschmaus bis zum Karfreitagsfisch: Die Fastenzeit prägt österreichische Teller – doch regional zeigen sich überraschende Unterschiede in den kulinarischen Traditionen.**
Die Fastenzeit hat in Österreich nach den Faschingsfeierlichkeiten für viele Menschen eine besondere Bedeutung. Diese Periode des bewussten Verzichts beginnt mit dem Aschermittwoch und erstreckt sich über 40 Tage bis zum Osterfest, wobei die Sonntage nicht in diese Zählung einfließen. Was ursprünglich als christliche Tradition der inneren Einkehr und Vorbereitung auf Ostern gedacht war, nutzen heute mehr als 40 Prozent der Österreicher, um ihren Fleischkonsum zu reduzieren oder gänzlich einzustellen.
Während 15 Prozent diesen Brauch jährlich pflegen, praktizieren ihn fast 30 Prozent gelegentlich. In Wien und Niederösterreich zeigt sich allerdings die geringste Begeisterung für diese Tradition – etwa zwei Drittel der Bevölkerung verzichten dort komplett auf das Fasten.
⇢ Närrisches Finale: Wiener Restaurant verschenkt Faschingskrapfen!
Regionale Unterschiede
Die österreichische Fastenzeit ist reich an kulinarischen Traditionen. Der Heringschmaus am Aschermittwoch wird allerdings nur von 14 Prozent der Bevölkerung als unverzichtbar angesehen. Regional betrachtet erfreut sich dieser Brauch in Wien und Kärnten besonderer Beliebtheit, wo etwa jeder fünfte Einwohner die Fastenzeit mit einem Fischgericht einläutet.
In Tirol hingegen spielt der Heringschmaus kaum eine Rolle – drei Viertel der dort Befragten messen diesem Brauch keine Bedeutung bei.
Fisch am Karfreitag
Mit dem Karfreitag findet die Fastenzeit ihren Abschluss. An diesem Tag serviert ein Viertel der österreichischen Bevölkerung Fisch als Hauptgericht. Jeder vierte Österreicher hält an dieser Tradition konsequent fest, wobei Männer häufiger zu Fisch greifen als Frauen.
Die Steiermark führt die Statistik an – dort kommt bei 37 Prozent der Bevölkerung Fisch auf den Teller. Diese Entwicklung bestätigt auch Ines Franke, die Geschäftsführerin von iglo Österreich: „In der Fastenzeit kaufen die Österreicherinnen und Österreicher deutlich mehr Tiefkühlfisch. Letztes Jahr zu dieser Zeit ist der Absatz in diesem Segment um 22 Prozent gestiegen“. Diese Erkenntnisse basieren auf einer aktuellen Erhebung des Unternehmens mit 1.000 Teilnehmern.
Bei iglo-Produkten haben wir sogar einen Anstieg von 32 Prozent gesehen.