Start News Chronik Weltweit 800 Mitglieder von Balkan-Mafia festgenommen – 81 davon in Österreich
INTERNATIONALE OPERATION

Weltweit 800 Mitglieder von Balkan-Mafia festgenommen – 81 davon in Österreich

(FOTO: iStockphoto)

Bei der weltweit koordinierten Polizei-Großoperation „Trojan Shield“ wurden nicht weniger als 800 Verdächtige von der Westbalkan-Mafia festgenommen. Alleine in Österreich gab es 81 Festnahmen.

Unter den mutmaßlichen Mafia-Mitgliedern, die in Österreich verhaftet wurden war auch der wegen drei Mordanschlägen gesuchte Dario D. alias „Dexter“. Ihm wurden in Wien Handschellen angelegt. Über 13 Verdächtige wurde bereits die U-Haft verhängt. Dank der guten Kooperation mit der US-Bundespolizeibehörde FBI und Europol sei auch Österreich ein „durchschlagender Erfolg“ gelungen, freute sich Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch.

Dem FBI gelang es zunächst, in die verschlüsselte Kommunikation der Mafia-Clans einzudringen und so über 25 Millionen Telefongespräche und Textnachrichten zu entschlüsseln. Daraufhin wurden in den vergangenen 18 Monaten in internationaler Zusammenarbeit mehr als 800 Verdächtige in über einhundert Ländern ausgeforscht und gefasst. Tonnenweise Suchtgift wurde aus dem Verkehr gezogen.

Nach monatelanger Vorarbeit durch das FBI, Europol und 15 weiteren Ländern kam es am Montag schließlich zu einem weltweit koordinierten Schlag gegen hunderte Mafia-Mitglieder. In ganz Österreich rückten dazu 400 Polizisten zu zahlreichen Hausdurchsuchungen aus. Das österreichische Bundeskriminalamt hatte seit 1. April erfolgreich international zusammengearbeitet. Heimische Beamten wurden auch zu den Behörden in den USA sowie zu Europol entsandt. Der Fokus lag dabei auf den Machenschaften der organisierten Westbalkan-Mafia, auf ihrem weltweiten Suchtgift- und Waffenhandel sowie zahlreichen brutalen Gewaltakten.

Operation „Achilles“ in Österreich
Alleine hierzulande wurden bei der Operation „Achilles“ 67 Hausdurchsuchungen vor allem in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Tirol durchgeführt. 81 Personen wurden dabei festgenommen, 35 Waffen, rund 707 Kilo Suchtgift und Bargeld in Höhe von 650.000 Euro sichergestellt. Die Beschuldigten werden in die Justizanstalt Josefstadt nach Wien gebracht, bei 13 von ihnen wurde bereits ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt.

Folterkeller in Wien
Besonders erwähnenswert sei die Festnahme von Dario D. alias „Dexter“. Er wird wegen dreifachen Mordes in Serbien gesuchten und hatte sich zuvor schon in der Türkei und Griechenland versteckt. Bei ihm wurden auch 10 Kilo Heroin im Gepäck sichergestellt. Es handle sich bei ihm um einen der Anführer der Syndikate.

Darüber hinaus konnte auch eine Entführung in Serbien und eine schwere Misshandlung einer Person in Wien geklärt werden. Ein untergeordnetes Bandenmitglied, ein sogenannter Läufer, der bei der Organisation 2.000 Euro Schulden hatte, sei nach Wien verschleppt worden. In einem Keller wurde er mit einem Hammer gefoltert und schwer verletzt worden – all das filmten die Verbrecher mit. „Man sieht dort, wie das Opfer jammert und um Hilfe bittet“, schildert Ruf die grausigen Details.

Nehammer: „Durchschlagender Erfolg“
Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) lobte den Erfolg der Ermittler. Zudem sei die internationale Kooperation unserer Polizeibehörden „ein wesentlicher Schlüssel bei der erfolgreichen Bekämpfung der organisierten Kriminalität“. Dank der guten Kooperation mit dem FBI und Europol sei auch Österreich ein „durchschlagender Erfolg“ gelungen. Man habe zahlreiche Informationen über die kriminellen Organisationen gewonnen, „die in Österreich und im Umfeld unseres Landes operieren“. Damit könne man den Fahndungsdruck weiter verstärken. „Kriminelle Organisationen haben in Österreich keinen Platz.“

Quellen und Links:

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