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Migrationskrise

Wer illegal kommt, wird verhaftet!“ – Kreta versinkt im Flüchtlingschaos

Wer illegal kommt, wird verhaftet!“ – Kreta versinkt im Flüchtlingschaos
(FOTO: EPA/YANNIS KOLESIDIS)
3 Min. Lesezeit |

Tausende Migranten erreichen Kreta, die Insel ist am Limit. Nun reagiert Athen mit Umsiedlungen aufs Festland und drastischen Maßnahmen gegen den Flüchtlingsstrom aus Libyen.

Umsiedlung begonnen

Die griechische Regierung hat mit der Umsiedlung von Migranten von der Ferieninsel Kreta auf das Festland begonnen. In den vergangenen Tagen erreichten tausende Menschen über die Mittelmeerroute von Libyen aus die Insel und damit EU-Territorium. Nach Behördenangaben sind seit Jahresbeginn mehr als 10.000 Personen, vorwiegend aus nordafrikanischen Ländern, auf Kreta eingetroffen – ein Anstieg um 350 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

⇢ Kreta-Krise: Flüchtlingszahlen explodieren um 350 Prozent

Am Morgen wurden etwa 500 Menschen, überwiegend junge Männer, zum Hafen von Lavrio östlich von Athen transportiert, wie griechische Medien unter Berufung auf die Küstenwache und das Migrationsministerium berichteten. Weitere 200 Personen aus Nordafrika wurden nach Piräus gebracht. In Lavrio nahmen Sicherheitskräfte die ankommenden Migranten in Empfang, nachdem sie per Schiff übergesetzt worden waren.

Überlastete Kommunen

Die Lage auf Kreta spitzt sich seit dem Wochenende zu, als täglich rund 500 Migranten eintrafen. Lokale Bürgermeister äußern sich zunehmend verzweifelt in Rundfunkinterviews und betonen ihre Überforderung angesichts der hohen Zahlen. „Die Situation ist aktuell außer Kontrolle. So sehr wir es auch wünschten, wir können nichts dagegen tun“, erklärte einer der Bürgermeister gegenüber der „Tagesschau“.

Er fügte hinzu: „Es ist nicht möglich, noch mehr Menschen unter menschenwürdigen Bedingungen unterzubringen.“ Viele Migranten müssen derzeit in provisorischen Unterkünften auf der Insel ausharren. Lokale Behörden beschreiben die aktuelle Situation als „nie dagewesene Welle von Migrationsströmen“. Da es auf der Insel bislang keine offiziellen Flüchtlingsunterkünfte gibt, werden Migranten teilweise in Stadien oder anderen behelfsmäßigen Einrichtungen untergebracht.

Drastische Maßnahmen

Als Reaktion auf den anhaltenden Zustrom hat die griechische Regierung drastische Maßnahmen ergriffen: Für drei Monate werden keine Asylanträge von Migranten aus Libyen mehr bearbeitet. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bezeichnete dies als „notwendige, vorübergehende Reaktion“. Eine vergleichbare Entscheidung hatte Athen bereits 2020 an der Grenze zur Türkei getroffen, als es zu versuchten Grenzüberschreitungen kam.

Bei seinem Auftritt am Mittwoch in Athen stellte Mitsotakis klar: „Wer illegal ins Land einreist, wird verhaftet und inhaftiert!“ Die gegenwärtige Lage erfordere „außergewöhnliche Maßnahmen“.

Der Regierungschef kündigte zudem den Bau einer speziellen Hafteinrichtung für Migranten auf Kreta an, um den Zustrom vor Ort bewältigen zu können. Sollte die Migration über den Seeweg nicht nachlassen, werde bei Bedarf eine zweite Einrichtung dieser Art errichtet.

Neben der Aussetzung der Asylverfahren für Nordafrikaner stellt diese geplante Haftanstalt auf Kreta eine zentrale Komponente der neuen Migrationsstrategie dar.

Rechtlicher Rahmen und EU-Kontext

Die griechische Regierung hat die EU-Kommission über die geplanten Maßnahmen informiert und betont, dass die Gesetzesänderung kurzfristig im Parlament beschlossen werden soll. Griechenland orientiert sich mit seinem verschärften Kurs an der neuen EU-Migrationspolitik, die seit Juni 2024 in Kraft ist und strengere Grenzkontrollen sowie schnellere Asylverfahren mit festen Fristen vorsieht.

Während die Regierung in Athen betont, dass Asylberechtigte weiterhin Chancen erhalten sollen, werden Abschiebungen beschleunigt und illegale Einreisen konsequenter geahndet. Die Behörden auf Kreta und der kleineren Insel Gavdos registrieren weiterhin täglich Hunderte Neuankömmlinge, die mangels ausreichender Unterkünfte teils unter prekären Bedingungen ausharren müssen.

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KO KOSMO-Redaktion
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