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Chat-Offensive

WhatsApp-Konkurrent: X startet neuen Messenger-Dienst

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FOTO: iStock

Die Social-Media-Plattform X hat ihre lang erwartete Chat-Funktion veröffentlicht, die bestehende Direktnachrichten in einen vollwertigen Messaging-Dienst verwandelt. Das neue Feature, schlicht “Chat” genannt, steht bereits für iOS- und Web-Nutzer zur Verfügung, während Android-Anwender noch etwas Geduld haben müssen. Zusätzlich führt X eine Sprachnachrichten-Funktion ein, mit der Nutzer kurze Audiobotschaften verschicken können.

Der überarbeitete Messenger bietet nun zahlreiche Funktionen, die von anderen populären Diensten wie WhatsApp oder Telegram bekannt sind: Video- und Sprachanrufe, Dateitransfer sowie die Möglichkeit, bereits gesendete Nachrichten nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen. Auf der Sicherheitsseite verspricht X Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und informiert Nutzer, wenn jemand einen Screenshot ihrer Konversation anfertigt.

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Technische Hürden

Die Entwicklung des neuen Chat-Systems verlief nicht ohne Hindernisse. Bereits Anfang des Jahres hatte X eine erste Version verschlüsselter Nachrichten eingeführt, musste diese jedoch im Mai wegen technischer Schwierigkeiten vorübergehend zurückziehen. Diese Probleme scheinen nun behoben zu sein – laut dem Support-Center können jetzt auch Gruppenchats und Medieninhalte verschlüsselt werden, was zuvor nicht möglich war.

Sicherheitsbedenken

Trotz der Verbesserungen bleiben Sicherheitsexperten skeptisch. X räumt selbst ein, dass bestimmte Metadaten wie Empfängerinformationen weiterhin ungeschützt sind. Besonders brisant ist das offene Eingeständnis des Unternehmens, keinen Schutz vor sogenannten Man-in-the-Middle-Angriffen zu bieten. Dies bedeutet, dass weder böswillige Mitarbeiter noch X selbst – etwa bei einer gerichtlichen Anordnung – daran gehindert werden könnten, verschlüsselte Gespräche abzufangen, ohne dass die betroffenen Nutzer dies bemerken würden.

Das Unternehmen versichert allerdings, an Werkzeugen zu arbeiten, mit denen Nutzer künftig die Authentizität ihrer verschlüsselten Chats überprüfen können.