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Übergewicht

Wo Knödel und Kaiserschmarren zur Gesundheitskrise führen: Das dickste Bundesland!

Wo Knödel und Kaiserschmarren zur Gesundheitskrise führen: Das dickste Bundesland!
Symbolfoto. FOTO: iStock/Ljupco
3 Min. Lesezeit |

Mit 21,7 Prozent Adipositas-Rate führt das Burgenland eine Statistik an, die niemanden stolz macht. Zwischen Knödeln und Kaiserschmarren gedeiht eine schwerwiegende Gesundheitsfrage.

Das Burgenland führt die österreichische Statistik der Adipositas mit beeindruckenden 21,7 Prozent an – eine Spitzenposition, die man sonst nur von Sonnenstunden und Windkraftanlagen kennt. Diese Führungsrolle im Ranking der Körperfülle ist allerdings kein Grund zum Feiern, obwohl die Ursachen möglicherweise genau in der Feierkultur zu finden sind.

Die gesundheitlichen Folgen von starkem Übergewicht sind unbestreitbar ernst: Von Herzproblemen über Diabetes bis hin zu Gelenkbeschwerden reicht die Liste der Begleiterscheinungen – alles Leiden, die sich nicht einfach mit einem traditionellen Schnaps wegspülen lassen. Dennoch hat sich zwischen den kulinarischen Klassikern wie Knödel und Kaiserschmarren eine Lebensphilosophie etabliert, die sowohl metaphorisch als auch physisch schwer abzulegen ist.

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Pannonisches Phänomen

Man könnte diese Situation durchaus als Gesundheitskrise bezeichnen – und das ist sie zweifellos auch. Doch bevor wir uns dem nächsten Diättrend verschreiben oder verzweifelt mit Nordic-Walking-Stöcken gegen Marillenpalatschinken ankämpfen, lohnt sich ein humorvoller Blick auf das pannonische Phänomen. Im östlichsten Bundesland gilt noch ein Grundsatz, der andernorts längst vergessen scheint: Essen ist mehr als bloße Nahrungsaufnahme – es ist eine Lebenseinstellung.

Wer beim Heurigen einen „leichten Salat“ bestellt, erntet bestenfalls mitleidige Blicke, schlimmstenfalls soziale Ächtung. In der Welt von Speckbrot, Grammelpogatscherln und Kesselgulasch zählt man nicht Kalorien, sondern Lebensfreude – und zelebriert diese mit vollem körperlichem Einsatz.

Kulturelle Bastion

Mit dieser Haltung stehen die Burgenländer nicht allein da. Im Vergleich zu den alpinen Regionen Vorarlbergs und Tirols, wo die Menschen bereits beim Frühstück den Kalorienverbrauch ihrer bevorstehenden Bergtouren kalkulieren, erscheint der Burgenländer mit seiner Brettljause wie ein lebendiges Kulturdenkmal – eine letzte Bastion gegen den allgegenwärtigen Magermilch-Zeitgeist.

Vielleicht wäre die Lösung eine Kombination aus mehr körperlicher Aktivität und einer cleveren Imagekampagne: „Burgenland – schwer in Ordnung“. Oder die Entwicklung eines speziell burgenländischen Fitnessprogramms.

Hauptsache, es kommt Bewegung ins Spiel – zur Not auch nur der kurze Weg vom Esstisch zum Mehlspeisenbuffet.

Konkrete Maßnahmen

Das Burgenland zeigt mittlerweile, dass es die Gesundheitsproblematik ernst nimmt. Im März 2025 eröffnete im Krankenhaus Güssing eine neue bariatrische Ambulanz, die Menschen mit schwerer Adipositas sowohl operative als auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten anbietet. Die Einrichtung versteht sich als niederschwellige Anlaufstelle, die umfassend über das Krankheitsbild und Therapiemöglichkeiten informiert – mit dem Ziel, die Lebensqualität zu verbessern und Folgeerkrankungen einzudämmen.

Parallel dazu gewinnen Präventionsprogramme wie „easykids“ an Bedeutung, die sich gezielt an übergewichtige Kinder und Jugendliche richten. Diese vermitteln gemeinsam mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensexperten einen gesünderen Lebensstil, ohne dabei den kulturellen Hintergrund zu ignorieren. Der Fokus liegt dabei nicht primär auf Gewichtsverlust, sondern auf der Vorbeugung von gesundheitlichen Spätfolgen.

Solche Ansätze könnten den Burgenländern ermöglichen, ihre kulinarischen Traditionen zu bewahren und gleichzeitig gesundheitsbewusster zu leben – ganz nach dem Motto: Die Lebensfreude behalten, aber die Gesundheit nicht vergessen.

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KO KOSMO-Redaktion
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