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Zuckerersatz

Xylit unter Verdacht: Studie findet erhöhtes Herzrisiko

Xylit unter Verdacht: Studie findet erhöhtes Herzrisiko
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Ein beliebter Zuckerersatz steht unter Verdacht – und neue Langzeitdaten aus Europa und Kanada sorgen für Aufsehen in der Kardiologie.

Beim ESC Congress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München wird eine neue Langzeitanalyse präsentiert, die einen möglichen Zusammenhang zwischen hohen Xylit-Werten im Blut und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzeigt.

Erhöhtes Herzrisiko

Ein Forschungsteam um Marco Witkowski von der Berliner Charité wertete Daten von 17.710 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus zwei prospektiven Beobachtungsstudien in Kanada und Großbritannien aus. In der kanadischen Kohorte hatten Personen mit den höchsten gemessenen Xylit-Werten im Blut über sechs Jahre ein um 57 Prozent höheres Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse als jene mit den niedrigsten Werten. In der britischen EPIC-Norfolk-Kohorte war das Risiko über einen Beobachtungszeitraum von 30 Jahren bei den Personen mit den höchsten Xylit-Werten um 18 Prozent höher als bei jenen mit den niedrigsten Werten.

Die Daten zeigen zudem einen stufenweisen Zusammenhang: Mit höheren Xylit-Werten im Blut nahm auch die Rate schwerwiegender Herz-Kreislauf-Ereignisse zu. Witkowski verwies in diesem Zusammenhang auf frühere Untersuchungen: „In früheren Studien haben wir gezeigt, dass Xylit die Fähigkeit von Blutplättchen zur Bildung von Blutgerinnseln erhöhen kann.“ Die Untersuchung beweist allerdings nicht, dass der Konsum von Xylit Herzinfarkte oder Schlaganfälle verursacht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, bei der ein Zusammenhang zwischen Xylit-Werten im Blut und späteren Herz-Kreislauf-Ereignissen festgestellt wurde. Weitere Studien müssen klären, ob und in welchem Ausmaß der Verzehr von Xylit selbst dafür verantwortlich ist.

Weiterer Forschungsbedarf

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Xylit in Lebensmitteln mahnte der Studienleiter zu weiterer Forschung. „Unsere Langzeitergebnisse in der Allgemeinbevölkerung zeigen, wie wenig wir über die Herz-Kreislauf-Sicherheit von Xylitol wissen“, so Witkowski. Um potenzielle Gesundheitsrisiken besser einschätzen zu können, sei vertiefende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema dringend erforderlich.

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KO KOSMO-Redaktion
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