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Justizskandal

Zweiter Todesfall in einem Gefängnis: „Personalnot kostet Häftlingsleben

Zweiter Todesfall in einem Gefängnis: „Personalnot kostet Häftlingsleben
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Zwei Todesfälle in österreichischen Gefängnissen werfen ernste Fragen auf. Während gegen zwölf Justizwachebeamte ermittelt wird, fordert die FPÖ nun Konsequenzen.

Zwei mysteriöse Todesfälle erschüttern Österreichs Justizanstalten. Ein 30-jähriger Häftling verstarb nach einer eskalierten Überstellung von Hirtenberg (Niederösterreich) in die Psychiatrie Baden. Sechs Justizwachebeamte verloren während der Amtshandlung die Kontrolle, was zu schweren Kopfverletzungen des Mannes führte. Als die Beamten bemerkten, dass der Häftling keine Lebenszeichen mehr zeigte, leiteten sie Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Dennoch verstarb der Mann später im Schockraum des Krankenhauses Eisenstadt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen insgesamt zwölf Justizwachebeamte wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge unter Ausnutzung einer Amtsstellung. Das endgültige Obduktionsergebnis steht noch aus, die Unschuldsvermutung gilt.

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Zweiter Todesfall

Ein weiterer rätselhafter Todesfall ereignete sich Ende August 2025. Ein irischer Sexualstraftäter sollte zur Auslieferung von Salzburg nach Wien transportiert werden. Während der Fahrt konsumierte der Mann offenbar Drogen, woraufhin sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Nach seinem Kollaps wurde er ins Krankenhaus Mödling eingeliefert. Die nächtliche Bewachung übernahmen Beamte aus Wiener Neustadt, während Kollegen aus Hirtenberg für den Folgetag zur sogenannten „Klinikbewachung“ für Hochrisikopersonen angefordert wurden. Bei der Dienstübergabe war der Häftling mit Hand- und Fußfesseln gesichert.

Nach dem Aufwachen am 27. August sollte der Mann in die Justizanstalt Wien-Josefstadt verlegt werden. Während des Transports leistete er erheblichen Widerstand und versuchte mehrfach, seinen Sicherheitsgurt zu lösen, was die Beamten zum Eingreifen zwang. In der Josefstadt kam es zunächst zu Unstimmigkeiten bezüglich der Übernahme des Häftlings. Schließlich übernahm ein Einsatzteam der Wiener Justizanstalt den Mann, und die Beamten aus Hirtenberg konnten abrücken. Obwohl der Ire noch seine Zelle bezog, verstarb er etwa 30 Minuten nach dem Transport in seinem Haftraum. Die eingeleiteten Ermittlungen zu den Todesumständen wurden später eingestellt.

Politische Kritik

FPÖ-Sicherheitssprecher Christian Lausch kritisiert: „Es müssen endlich Body-Cams eingesetzt werden – da ist Ministerin Sporrer schwer säumig. Denn dann wäre alles klar, wie die Verletzungen passiert sind. Und der zweite Todesfall ist wieder mal der akuten Personalnot und dem massiven Überbelag geschuldet. Überstundenerlässe, Einsatztruppentrainings werden einfach eingespart.

Und wann wird das forensische Zentrum Göllersdorf endlich ausgebaut, dort wären jene beiden Häftlinge sicherlich besser unterbracht gewesen.“

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KO KOSMO-Redaktion
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