Nach dem Restaurantbesuch kam der Schwindel: In Bayern kämpfen über 140 Menschen mit heftigen Symptomen. Die Behörden haben einen hochansteckenden Übeltäter im Visier.
Mindestens 144 Personen haben nach dem Besuch einer Gaststätte im bayerischen Landkreis Donau-Ries gesundheitliche Beschwerden entwickelt. Die Betroffenen klagten über Unwohlsein, Schwindel oder Magen-Darm-Probleme. Das Landratsamt Donau-Ries in Donauwörth teilte am Montag mit, dass vermutlich das Norovirus für die Erkrankungen verantwortlich ist. Bei sieben erkrankten Gästen wurde der Erreger bereits nachgewiesen. Eine Frau musste sogar stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Symptome traten erstmals Anfang der vergangenen Woche auf.
Hochansteckender Erreger
Das Norovirus zählt weltweit zu den häufigsten Auslösern für akuten Brechdurchfall und verbreitet sich außerordentlich leicht. Die Infektion kann zusätzlich mit Fieber und Kopfschmerzen einhergehen. Typischerweise erreicht die Zahl der Erkrankungen in den Wintermonaten ihren Höhepunkt.
Charakteristisch für eine Norovirus-Infektion ist der plötzliche Krankheitsbeginn. Beim Erbrechen werden winzige virushaltige Tröpfchen freigesetzt, die in der Luft schweben und hochgradig infektiös sind. Die Übertragung erfolgt auch durch direkten Kontakt zwischen Personen, über kontaminierte Oberflächen wie Türklinken sowie durch den Verzehr roher Lebensmittel. Als wichtigste Präventionsmaßnahme gilt gründliches Händewaschen.
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Behördliche Untersuchung
Fachleute haben die betroffene Gaststätte im südöstlichen Teil des Landkreises Donau-Ries untersucht, um den Ursprung des Ausbruchs zu ermitteln. Wie die Behörden mitteilten, steht das endgültige Untersuchungsergebnis noch aus. Die Gaststätte durfte ihren Betrieb fortsetzen. „Das Gesundheitsamt geht allerdings aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse von einem reinen Infektionsgeschehen durch das Norovirus aus“, erklärten die Verantwortlichen.
Strenge Hygieneauflagen trotz fortgesetztem Betrieb
Bei einem solchen Ausbruch folgen die Gesundheitsbehörden einem standardisierten Untersuchungsprotokoll. Dies umfasst die epidemiologische Analyse des Ausbruchsgeschehens sowie Probenentnahmen von erkrankten Personen, verdächtigen Lebensmitteln und Oberflächen in der Gaststätte. Obwohl das Lokal weiterhin geöffnet bleiben darf, muss es nun verschärfte Hygienevorschriften einhalten.
Zu den Auflagen gehören unter anderem die tägliche Desinfektion sämtlicher Kontaktflächen mit speziellen viruziden Mitteln, die Noroviren wirksam abtöten können. Das Küchenpersonal muss bei der Lebensmittelzubereitung Einmalhandschuhe tragen und alle Mitarbeiter dürfen erst 48 Stunden nach Ende der Symptome wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass sich der hochansteckende Erreger weiter ausbreitet.