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Raumfahrtrekord

2.700 Grad Hitze: Artemis-Crew überlebt dramatischen Wiedereintritt

2.700 Grad Hitze: Artemis-Crew überlebt dramatischen Wiedereintritt
FOTO: EPA/BILL INGALLS/NASA
3 Min. Lesezeit |

Rekordentfernung, Extremhitze, Funkstille: Die Rückkehr der Artemis-2-Crew war ein Wettlauf gegen die Physik – mit Ansage.

Die vier Astronauten der Artemis-2-Mission brachen am 1. April vom Kennedy Space Center in Florida auf. Am vergangenen Montag gelang ihnen dabei ein historischer Meilenstein: Mit einer Entfernung von mehr als 406.000 Kilometern zur Erde übertrafen sie jeden bisherigen Rekord bemannter Raumfahrt. Präzise erreichten die Astronauten eine maximale Distanz von 406.771 Kilometern und näherten sich dem Mond dabei bis auf etwa 6.545 Kilometer. Während der Mondumrundung wurden wissenschaftliche Daten gesammelt, die als Grundlage für künftige bemannte Mondlandungen dienen sollen.

Kritischer Wiedereintritt

Der Abschluss der zehn Tage dauernden Mission verlief alles andere als ruhig: Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre erreichte die Orion-Raumkapsel eine Geschwindigkeit von mehr als 38.000 Stundenkilometern – das entspricht dem Dreißigfachen der Schallgeschwindigkeit – und musste dabei Temperaturen von über 2.700 Grad Celsius standhalten. Der Hitzeschild war damit extremen Belastungen ausgesetzt, was diesen Moment zum wohl kritischsten der gesamten Mission machte. Bereits bei einem Testflug im Jahr 2022 hatte es Probleme mit eben diesem Schutzsystem gegeben.

Erwartungsgemäß brach beim Atmosphäreneintritt die Verbindung zwischen dem Kontrollzentrum in Houston und der von der Besatzung auf den Namen „Integrity“ getauften Kapsel für rund sechs Minuten ab. Als der Funkkontakt wieder hergestellt war, meldete sich Missionskommandant Wiseman mit den Worten: „Houston, hier Integrity. Wir hören euch laut und deutlich. Was für eine Reise.“ Die Crew sei „stabil“.

Abgebremst durch Fallschirme setzte die Orion-Kapsel am Freitagnachmittag (Ortszeit) planmäßig vor der Küste Kaliforniens im Pazifik auf – Live-Bilder der NASA übertrugen den Moment in Echtzeit. Die Wasserung erfolgte am 11. April 2026 um 17.07 Uhr Ortszeit (2.07 Uhr MESZ am Samstag) vor der Küste von San Diego. Mehrere Boote der US-Marine lagen bereits in Bereitschaft; Spezialteams öffneten die Seitenluke und halfen den Astronauten nacheinander aus der Kapsel.

Reaktionen & Ausblick

Aus dem Raumschiff geholt wurden die US-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen. NASA-Chef Jared Isaacman bezeichnete die Mission als „perfekt“ und betonte: „Das ist erst der Anfang.“ Für das Jahr 2028 sei eine Mondlandung fest eingeplant.

US-Präsident Donald Trump richtete Glückwünsche an die Besatzung für eine „spektakuläre“ Mission und lud die Astronauten ins Weiße Haus in Washington, D.C. ein. „Wir werden es wieder tun, und dann, nächster Schritt, Mars!“, erklärte er. NASA-Sprecher Rob Navias teilte im Livestream mit, die Astronauten befänden sich in einem „großartigen Zustand“.

Für 2028 plant die NASA die erste bemannte Mondlandung seit mehr als fünf Jahrzehnten. Zuletzt hatten US-Astronauten im Dezember 1972 im Rahmen der Apollo-17-Mission den Mond betreten. Als langfristiges Ziel gilt darüber hinaus eine bemannte Mission zum Mars.

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KO KOSMO-Redaktion
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