Erst belächelt, dann versteigert – für 40 Millionen Dollar. Der Ferrari Luce schreibt Geschichte, bevor er überhaupt ausgeliefert wird.
Ein Ferrari der Baureihe Luce mit der Chassis-Nummer 0 hat bei einer Auktion am Rande der Autoshow im kalifornischen Pebble Beach einen Preis von 40 Millionen Dollar erzielt – umgerechnet rund 34,6 Millionen Euro. Der gesamte Erlös kommt der wohltätigen Ferrari-Stiftung zugute.
Bei dem versteigerten Fahrzeug handelt es sich um das erste Produktionsexemplar der Baureihe, ein absolutes Einzelstück. Mit dem erzielten Betrag wurde zugleich ein neuer Rekordpreis für ein fabrikneues Automobil gesetzt. Der bisherige Rekord lag bei 9,79 Millionen Euro für einen Bugatti Chiron Profilée, der 2023 bei einer Auktion von RM Sotheby’s in Paris versteigert wurde.
Starke Nachfrage
Das Modell Luce, das ab 550.000 Euro erhältlich ist, wurde im Mai öffentlich präsentiert und löste unmittelbar heftige Reaktionen aus. Besonders das für die Marke ungewöhnliche Erscheinungsbild stieß auf scharfe Kritik. Die negativen Reaktionen im Netz schlugen sich vorübergehend auch auf den Börsenkurs des Sportwagenherstellers nieder.
Mittlerweile notiert die Aktie jedoch merklich höher als noch vor der Vorstellung des Luce. Ungeachtet der anfänglichen Ablehnung spricht Ferrari von einer „gesunden Nachfrage“. Wie die Financial Times berichtet, wurde das für dieses Jahr angestrebte Absatzziel von rund 500 Fahrzeugen bereits Anfang Juli erreicht.
Jony Ives Handschrift
Für die Gestaltung des Luce zog Ferrari den ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive hinzu, der maßgeblich das Erscheinungsbild von iPhones und Mac-Computern geprägt hat. Im Innenraum des Elektrofahrzeugs kombinierte er digitale Bedienelemente mit analogen Elementen zu einem eigenständigen Gesamtkonzept.
Apple selbst hatte über Jahre an einem eigenen Elektroauto gearbeitet, das Vorhaben nach Investitionen in Milliardenhöhe jedoch schließlich aufgegeben.