Millionen-Triumph für Mbappé: Nach dem erbitterten Rechtsstreit mit seinem Ex-Klub PSG spricht ein Gericht dem Fußballstar nun 61 Millionen Euro zu. Im heftigen Streit zwischen Paris Saint-Germain und Kylian Mbappé gibt es einen großen Sieg für den früheren Spieler. Ein Gericht spricht ihm 61 Millionen Euro zu. Vorbei ist der Fall aber noch nicht.
Das Arbeitsgericht fällte am Dienstag um 13.30 Uhr sein Urteil: PSG muss Mbappé 61 Millionen Euro an ausstehenden Prämien, Gehältern und Urlaubsgeld überweisen. Sämtliche Forderungen des französischen Topklubs wurden dagegen abgeschmettert. Ein klarer Erfolg für den Weltmeister von 2018.
„PSG argumentierte, die Zahlung bis zur Entscheidung des Arbeitsgerichts zurückhalten zu wollen. Diese liegt nun vor. Das Gericht hat zudem die sofortige Vollstreckung angeordnet, was PSG zu umgehender Zahlung verpflichtet„, erläuterte Delphine Verheyden, die langjährige Rechtsvertreterin Mbappés. „Der Fußball steht nicht über dem Gesetz. Ich hoffe, PSG zahlt freiwillig, ohne dass ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden muss. Das wäre irgendwie anständig.“
Mit enormer Spannung war die Entscheidung in diesem spektakulären Rechtsstreit erwartet worden, der entsprechend großes Interesse in den französischen Medien hervorrief. Einen Monat nach einer äußerst angespannten Verhandlung im Konflikt zwischen Kylian Mbappé und seinem Ex-Arbeitgeber Paris Saint-Germain entschied das Pariser Arbeitsgericht Conseil de Prud’hommes gegen den Champions-League-Sieger. Der Stürmer von Real Madrid und der französischen Nationalmannschaft hatte 263 Millionen Euro eingeklagt, während PSG in einer Gegenklage 440 Millionen Euro forderte.
Hitzige Verhandlung
Bei der Anhörung am 17. November war es zu hitzigen Wortgefechten gekommen. Die Anwälte des Superstars attackierten PSG scharf, prangerten „unfaire Methoden“ an und betonten, dass ihr Mandant „von dieser Angelegenheit sehr betroffen“ sei. Der Verein blieb die Antwort nicht schuldig. Der Champions-League-Gewinner verlangte seinerseits 440 Millionen Euro von seinem ehemaligen Aushängeschild.
Klubboss Nasser al-Khelaïfi und sein Rechtsbeistand warfen Mbappé „unlauteres Handeln“ vor. Der Verein sprach von „schwerwiegenden Verstößen“ gegen vertragliche Pflichten sowie gegen die Grundsätze von „Treu und Glauben und Loyalität“.
Im Zentrum der Pariser Argumentation stand ein schwerer Vorwurf: Mbappé habe zwischen Juli 2022 und Juni 2023 fast elf Monate lang verschwiegen, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wolle. Nach PSG-Darstellung habe dieses Schweigen dem Klub einen wichtigen Transfer verbaut, obwohl man für den Stürmer bei seiner Verpflichtung aus Monaco 2017 satte 180 Millionen Euro hingeblättert hatte.
Vorherige Entscheidungen
Im Mai dieses Jahres konnte PSG die Aufhebung einer Sicherungsbeschlagnahme von 55 Millionen Euro auf den Vereinskonten durchsetzen, die Mbappé von seinem früheren Arbeitgeber gefordert hatte. Der Vollstreckungsrichter ordnete die „Aufhebung der Sicherungsbeschlagnahmungen“ auf drei PSG-Konten an. Diese Entscheidung fiel nur wenige Wochen nach der Pfändung des Betrags. Mbappés Anwälte legten Berufung ein.
Am vergangenen Dienstag wies das Berufungsgericht diese zurück und verdonnerte den Stürmerstar zur Übernahme der Verfahrenskosten sowie zur Zahlung von 3000 Euro an PSG wegen Verfahrensmissbrauchs.
„Zum zweiten Mal haben die Gerichte bestätigt, dass die Anträge von Herrn Mbappé bezüglich der Pfändungen, die er im April dieses Jahres auf die Konten des Vereins hatte vornehmen lassen, unbegründet sind. Im Kern geht es in diesem Streit lediglich um die Frage der Redlichkeit, der Wahrung von Werten und der Einhaltung von Verpflichtungen. Paris Saint-Germain wird seine Rechte weiterhin mit Nachdruck verteidigen“, erklärte daraufhin Renaud Semerdjian, der Anwalt des Hauptstadtklubs in dieser Angelegenheit.
Das letzte Wort in diesem Konflikt scheint noch lange nicht gesprochen. Es gilt als sicher, dass PSG gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berufung einlegen wird.
Das Urteil enthält zudem eine Auflage, die für Gesprächsstoff sorgen dürfte: PSG muss das komplette Urteil einen Monat lang auf seiner Website veröffentlichen.