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Zukunftstechnologie

Chinas Vakuum-Bolide: Dieser Zug hängt sogar Flugzeuge ab

Chinas Vakuum-Bolide: Dieser Zug hängt sogar Flugzeuge ab
Foto: iStock
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Schneller als ein Flugzeug: Chinas neues Transportsystem T-Flight soll mit knapp 1.000 km/h durch Vakuumröhren rasen und revolutioniert damit den Hochgeschwindigkeitsverkehr.

China entwickelt ein Hochgeschwindigkeits-Transportsystem, das selbst Verkehrsflugzeuge übertreffen soll. Das als T-Flight bezeichnete Projekt verbindet Magnetschwebebahn-Technologie mit Niedrigvakuum-Röhren – ähnlich dem Hyperloop-Konzept. Auf einer 60 Kilometer langen Teststrecke sollen bald Geschwindigkeiten von knapp 1.000 km/h erreicht werden, womit das System schneller wäre als eine Boeing 737 im Reiseflug mit etwa 850 km/h. Die Verbindung zwischen Peking und Shanghai, für die Hochgeschwindigkeitszüge derzeit sechs Stunden benötigen, könnte auf unter eineinhalb Stunden verkürzt werden.

Das Transportsystem schwebt durch Magnetkräfte über der Fahrbahn, wodurch Reibungsverluste nahezu vollständig vermieden werden. Die Vakuumröhren minimieren zusätzlich den Luftwiderstand erheblich. Verantwortlich für die Entwicklung zeichnet die China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC). Bei Testfahrten im Februar 2024 erreichte der Prototyp auf einer zwei Kilometer langen Strecke bereits 623 km/h.

Wie ZME Science berichtet, wurden im Oktober erstmals erfolgreiche Fahrten unter Niedrigvakuum-Bedingungen durchgeführt, wobei die genauen Druckverhältnisse nicht veröffentlicht wurden. Die Entwickler planen, die Geschwindigkeiten in kommenden Testphasen weiter zu steigern. Vereinzelt kursieren sogar Berichte über angestrebte 4.000 km/h – fast das Dreifache der Schallgeschwindigkeit.

Rekordverdächtige Technologie

China betreibt bereits den derzeit schnellsten kommerziellen Magnetschwebebahn der Welt, den Shanghai Maglev mit einer Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h. Mit dem diesjährigen Test hat der T-Flight auch Japans experimentellen L0-Series-Zug überholt, der 602 km/h erreichte und 2027 in Betrieb gehen soll.

Die praktische Umsetzbarkeit des T-Flight-Systems bleibt jedoch fraglich. Der Aufbau der erforderlichen Infrastruktur verursacht enorme Kosten, während Sicherheitsfragen bei einem möglichen Druckverlust in den Röhren noch ungeklärt sind. Hyperloop One, das bekannteste westliche Unternehmen mit vergleichbarer Technologie, stellte nach neun Jahren Entwicklungszeit und Investitionen von 450 Millionen Dollar im Jahr 2023 seinen Betrieb ein.

Technische Herausforderungen

Eine frühere Untersuchung zeigte zudem, dass Fahrten in einem Hyperloop-ähnlichen System unter den bisherigen Bedingungen nicht nur äußerst unangenehm, sondern potenziell gesundheitsschädlich sein könnten. Wissenschaftler der North University of China stellten fest, dass selbst minimale Unebenheiten der Fahrbahn bei den enormen Geschwindigkeiten zu erheblichen Vibrationen führen.

Bei Simulationen mit 600 km/h erreichten diese Erschütterungen einen Wert von 4,2 auf dem Sperling-Index – deutlich über der Komfortgrenze und auf Dauer kaum erträglich für den menschlichen Körper. Zur Lösung dieses Problems haben die Forscher einen innovativen Ansatz vorgestellt.

Die Studie schlägt ein neuartiges Federungssystem vor, das mit speziellen Dämpfungstechnologien arbeitet, um die auftretenden g-Kräfte und Vibrationen drastisch zu reduzieren.