Die finanziellen Aufwendungen der österreichischen Bundesregierung für externe Dienstleistungen sind im letzten Jahr regelrecht in die Höhe geschnellt. Eine detaillierte Analyse parlamentarischer Anfragen, initiiert durch die NEOS, legt offen, dass die Ministerien für Beratungsdienste verschiedenster Art erheblich tiefer in die Tasche gegriffen haben. Rund 116,8 Millionen Euro wurden für Strategieberatung, Werbemaßnahmen, juristische Beratungen sowie PR und Kommunikation ausgegeben. Ein stolzes Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wo die Summe noch bei 88,4 Millionen Euro lag.

Sport- und Kulturministerium an der Spitze der Ausgaben
Ein besonders signifikanter Anstieg ist im Ressort von Sport- und Kulturminister Werner Kogler (Grüne) zu verzeichnen, das eine Zunahme der Ausgaben um beeindruckende 174 Prozent zu verbuchen hat. Konträr dazu steht das Kanzleramt, geführt von Karl Nehammer (ÖVP), das eine Reduktion der Ausgaben um 41 Prozent realisieren konnte, wie die Untersuchungen der NEOS zeigen. Die Zahlen spiegeln eine Diskrepanz wider – manche Ministerien zeigen durchaus Sparpotenzial, während andere ihre Budgets für externe Dienste kräftig aufstocken.
Kritik an steigenden Regierungsausgaben
Die Erhöhungen rufen Kritiker auf den Plan. Nikolaus Scherak, stellvertretender Klubobmann der NEOS, brachte seine Bedenken deutlich zum Ausdruck: „Die Bundesregierung bevorzugt es, in sich selbst zu investieren, anstatt Österreich zu reformieren, und erlaubt sich dabei ein Drittel höhere Ausgaben für Dienstleister.“ Zusätzlich moniert Scherak das Defizit an Transparenz bei der Vergabe dieser Aufträge.
Der Trend zu höheren Ausgaben für externe Beratung zieht somit nicht nur in den Reihen der Opposition, sondern auch in der aufgeklärten Öffentlichkeit kritische Blicke auf sich. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Regierung auf diese Kritikpunkte eingehen wird.
