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Risiken

Ärzte raten zu vorbeugender RSV-Impfung für alle Neugeborenen

Ärzte raten zu vorbeugender RSV-Impfung für alle Neugeborenen
(FOTO: iStock/Smederevac)
3 Min. Lesezeit |

In Österreich spaltet die Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) die Meinungen. Denn die ÖGKJ lässt mit einer neuen Empfehlung aufhorchen. Neugeborene sollen präventiv gegen Atemwegserkrankungen geimpft werden. Dabei soll das Medikament Nirsevimab zum Einsatz kommen. Die Impfung wird gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) eingesetzt. Eine Hauptursache für Atemwegsinfektionen bei Kindern.

Durchbruch in der präventiven Medizin

Die Empfehlung, Neugeborene vorsorglich mit dem Medikament Nirsevimab zu impfen, basiert auf den Ergebnissen eines Expertenkonsortiums, die in der Fachzeitschrift „Pädiatrie & Pädologie“ publiziert wurden. Demnach soll jeder Säugling im Zeitraum von Oktober/November, bis einschließlich März des Folgejahres, die einmalige Injektion mit Nirsevimab erhalten. Vor Beginn der RSV-Saison im jeweiligen Jahr. Die EU-Zulassung dieses monoklonalen Antikörpers im vergangenen Jahr hatte den Weg für eine breitere Anwendung geebnet.

Dabei zeigt Nirsevimab eine 75- bis 80-prozentige Effektivität in der Reduktion schwerer RSV-Infektionen. Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den bisher erforderlichen monatlichen Injektionen mit Palivizumab, die ausschließlich Risikokindern vorbehalten waren.

Einheitlicher Schutz für alle Neugeborenen

Besonders hervorzuheben ist die Forderung der ÖGKJ, dass der Schutz vor RSV nicht nur auf Kinder mit besonderen Risiken beschränkt bleiben soll. Vielmehr sollen alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison durch die Verabreichung von Nirsevimab geschützt werden. Bei besonders gefährdeten Kindern könnte dieser Schutz, nach individueller Prüfung, sogar über eine zweite Saison ausgeweitet werden. Diese Empfehlungen könnten jedoch angepasst werden, sobald mehr Daten zur Effektivität bei Risikogruppen vorliegen.

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Wirkung auf die öffentliche Gesundheit

Studien legen nahe, dass in Industrienationen etwa 1-2 Prozent aller reif geborenen Säuglinge innerhalb ihres ersten Lebensjahres aufgrund einer schweren RSV-Infektion hospitalisiert werden müssen. Die Hospitalisierungsraten bei sehr unreifen Frühgeborenen liegen sogar noch höher. Durch den Einsatz von Nirsevimab könnte die Belastung der Kinderarztpraxen, Notfallambulanzen und stationären Einrichtungen während der RSV-Saison maßgeblich reduziert werden, indem nicht nur Hochrisikokinder, sondern alle Kinder vor schweren Verläufen geschützt werden.

Die ÖGKJ macht in ihrer Mitteilung jedoch keine Angaben zu den Kosten dieser neuen prophylaktischen Maßnahme, sei es für die Eltern oder die öffentliche Hand. Der Fokus liegt eindeutig auf der medizinischen Notwendigkeit und dem potenziellen Nutzen dieser Empfehlung. Zudem erinnert die Gesellschaft daran, dass seit dem Vorjahr auch für Erwachsene ab 60 Jahren und Risikopersonen ab 18 Jahren zwei klassische RSV-Impfstoffe, einer davon auch für Schwangere, zur Verfügung stehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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