Nach einem öffentlichen Ultimatum von SPÖ-Chef Andreas Babler hat der Linzer SPÖ-Chef Klaus Luger am Donnerstagnachmittag mit sofortiger Wirkung alle seine Parteifunktionen niedergelegt. Dennoch beabsichtigt Luger, sein Amt als Bürgermeister von Linz weiterhin auszuüben. Diese Information bestätigte Landesrat Michael Lindner gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Die Entscheidung von Luger folgt einer Affäre, die ihren Anfang im März 2024 nahm. Damals wurde bekannt, dass Dietmar Kerschbaum, der inzwischen entlassene Chef des Brucknerhauses, vermutlich durch Manipulation des Auswahlverfahrens in seine Position gelangt ist. Kerschbaum wurden vorab die Fragen der Hearing-Kommission zugespielt – und dies offenbar von Luger selbst, wie am Dienstag überraschend ans Licht kam.
Luger im Zentrum der Kritik
Monatelang hatte Luger die Öffentlichkeit über seine Rolle in der Angelegenheit getäuscht. Erst nach Bekanntwerden des Skandals entschuldigte er sich öffentlich: „Rückblickend habe ich hier einen Fehler gemacht. Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen und um Verzeihung bitten.“ Trotz dieses Eingeständnisses und dem Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrats des Brucknerhauses sah er zunächst keinen Grund, weitere politische Konsequenzen zu ziehen.
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Rücktrittsforderungen
Der öffentliche Druck nahm jedoch stetig zu. Nicht nur die gegnerischen Parteien verlangten seinen Rücktritt, auch innerhalb der eigenen Partei formierte sich Widerstand. Am Mittwoch forderte schließlich SPÖ-Chef Andreas Babler Luger auf, entweder zurückzutreten oder einem internen Schiedsverfahren entgegenzusehen. Dieses Ultimatum scheint letztlich Lugers Entscheidung beschleunigt zu haben, sich aus den politischen Parteifunktionen zurückzuziehen. Offen bleibt jedoch, ob Luger weiterhin als Bürgermeister von Linz tätig sein wird.