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Mariahilfer Straße

Lamarr-Luxus-Ruine wird zur Wohnanlage: So geht es mit dem Rohbau weiter

Lamarr-Luxus-Ruine wird zur Wohnanlage: So geht es mit dem Rohbau weiter
FOTO: KOSMO/sp
3 Min. Lesezeit |

**Vom Luxuskaufhaus zum Wohnkomplex: Der Lamarr-Rohbau in Wien steht vor einer überraschenden Neuausrichtung. Der Nachfolge-Investor plant eine komplette Umgestaltung.**

Nach der Signa-Pleite ruht die Bautätigkeit am „Lamarr“-Rohbau in der Mariahilfer Straße in Wien. Die Stumpf Development GmbH, die das Projekt übernommen hat, erwägt nun eine Umfunktionierung des ursprünglich als Luxuskaufhaus geplanten Gebäudes zu einem Wohnkomplex. Ein konkretes Bauansuchen liegt den Wiener Behörden allerdings noch nicht vor.

Aus dem Büro der Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) verlautete am Montag, dass mit einem Bauantrag voraussichtlich im Juni zu rechnen sei. Derzeit finden Abstimmungsgespräche zwischen dem neuen Investor und der Baudirektion statt. Auch die Anrainer sollen in den Prozess eingebunden werden. Die Stadt Wien betont ihr Interesse an einer zügigen Fortführung der Bauarbeiten an diesem prominenten Standort.

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Verpflichtende Auflagen

Trotz der Neuausrichtung als Wohnprojekt muss der Investor bestimmte Auflagen erfüllen. Da sich das Objekt in einer ausgewiesenen Geschäftszone befindet, ist die Einrichtung von Handelsflächen im Erdgeschoss verpflichtend. Ebenso bleibt das vereinbarte Nutzungsrecht für die öffentlich zugängliche Dachterrasse mit Begrünung bestehen. Dieses kann vom neuen Eigentümer nicht einseitig aufgehoben werden, wie die Stadt Wien klarstellte.

Die Insolvenz des Signa-Konzerns machte die ursprünglichen Pläne zunichte. Die Stumpf Development GmbH erwarb die unvollendete Immobilie für 120 Millionen Euro. Nach aktuellen Überlegungen soll ein Teil des bestehenden Rohbaus abgetragen und anschließend mit niedrigeren Raumhöhen wieder aufgebaut werden. Die derzeitigen Etagenhöhen, die für Verkaufsflächen konzipiert waren, sind für Wohnzwecke offenbar zu großzügig bemessen. Das Unternehmen spricht bislang von verschiedenen „Planvarianten“.

Ursprüngliches Konzept

Vor dem Umbau befand sich an diesem Standort ein mehrstöckiges Möbelhaus der Leiner-Kette. Nach dem Erwerb und Abriss plante die Signa-Gruppe dort ein Luxuskaufhaus mit Hotelbetrieb. Das Konzept sah auf acht Etagen hochwertige Waren und regionale Produkte vor, ergänzt durch einen Gastronomiebereich.

Das Projekt wurde nach Hedy Lamarr benannt, der österreichisch-amerikanischen Schauspielerin und Erfinderin.

Auswirkungen auf den Wiener Immobilienmarkt

Die Umwidmung des Lamarr-Komplexes steht exemplarisch für einen größeren Trend in Wien. Laut Schätzungen der Wirtschaftskammer Wien werden bis 2025 etwa 15 Prozent der Handelsflächen in der Innenstadt umgewidmet. Mit seinen rund 20.000 Quadratmetern stellt der Lamarr-Komplex dabei das größte Einzelprojekt dieser Art dar.

Für die Fertigstellung des Wohnkomplexes werden voraussichtlich 200 Millionen Euro veranschlagt. Diese Summe entspricht den durchschnittlichen Umwidmungskosten von etwa 2.500 Euro pro Quadratmeter bei vergleichbaren Projekten. Die Stumpf Development GmbH verfügt bereits über Erfahrung mit solchen Transformationen: Beim Millennium Tower, einem früheren Projekt des Unternehmens, wurden bereits 2022 etwa 30 Prozent der Büroflächen in hochpreisige Wohnungen umgewandelt.

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KO KOSMO-Redaktion
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