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Verschleppt

Kindesentführung: Vater flieht mit Vierjähriger ins Kriegsgebiet

Kindesentführung: Vater flieht mit Vierjähriger ins Kriegsgebiet
Symbolbild FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Vater entführt sein Kind nach Odessa, mitten ins ukrainische Kriegsgebiet. Die Behörden haben eine europaweite Fahndung eingeleitet.

In Villach sorgt derzeit ein Fall von Kindesentführung für Aufsehen. Eine Mutter, die das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter besitzt, hat bei der örtlichen Polizei Anzeige erstattet, nachdem ihr Kind entführt wurde. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat inzwischen reagiert. Deren Sprecher Markus Kitz bestätigte: „Ich kann die europaweite Fahndung nach dem Mann bestätigen.“

Die Ermittlungsbehörden in Villach arbeiten mit Hochdruck an dem Fall. Aus Polizeikreisen verlautet: „Wir unternehmen alles menschenmögliche um den Entführer zu erwischen.“

Ukrainisches Kriegsgebiet

Besondere Brisanz erhält der Fall durch den Verdacht, dass das Kind nach Odessa, eine Hafenstadt im Süden der Ukraine, gebracht worden sein könnte – eine Region, die aktuell zum Kriegsgebiet zählt. Dies verstärkt die Sorge der Mutter um die Sicherheit ihres Kindes erheblich.

Das österreichische Außenministerium verzeichnete allein im Jahr 2024 zwölf Fälle von Kindesentführungen mit Bezug zur Ukraine. Die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden gestaltet sich seit Beginn des Krieges deutlich schwieriger als zuvor. Die in Kiew angesiedelte EU-Ukraine-Kontaktstelle für Kindesentführungen, die seit Januar 2025 operativ ist, kann in Odessa aufgrund der aktuellen Kampfhandlungen derzeit nur eingeschränkt tätig werden.

Mögliches Motiv

Im Umfeld des mutmaßlichen Entführers wird ein mögliches Motiv vermutet: „Der Mann benutzt das Kind sozusagen als Schutzschild dafür, dass er in Begleitung des Kindes in der Ukraine als Alleinerzieher nicht zum Heer eingezogen werden kann.“ Der Verdächtige könnte das Kind demnach instrumentalisieren, um einer Einberufung in die ukrainische Armee zu entgehen.

Der Kärntner Kinderschutzbund weist darauf hin, dass bei Entführungen in Kriegsgebiete die durchschnittliche Rückführungszeit von drei Monaten auf über ein Jahr gestiegen ist. Für betroffene Familien bedeutet dies eine erhebliche emotionale Belastung, zumal die rechtlichen Mechanismen in Konfliktregionen oft nur eingeschränkt funktionieren.

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KO KOSMO-Redaktion
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