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Machtprobe

App-Store-Krieg eskaliert: Brüssel knöpft sich Tech-Giganten Apple vor

App-Store-Krieg eskaliert: Brüssel knöpft sich Tech-Giganten Apple vor
EPA-EFE/JESSICA LEE
3 Min. Lesezeit |

Apple muss eine halbe Milliarde Euro Strafe zahlen und wehrt sich vehement gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission. Der iPhone-Konzern wurde wegen Verstößen gegen das neue Gesetz über digitale Märkte (DMA) zur Kasse gebeten – ein Präzedenzfall in der Durchsetzung der europäischen Digitalregulierung.

Der Technologieriese aus Cupertino, Kalifornien, kündigte umgehend juristische Schritte an und versprach, die Entscheidung mit allen Mitteln anzufechten. Im Kern geht es um die Forderung der EU, dass Apple App-Entwicklern erlauben muss, Nutzer über günstigere Angebote außerhalb des hauseigenen App Stores zu informieren – eine Praxis, die das Unternehmen bislang unterbindet.

Auch andere Tech-Giganten bekommen die verschärfte Gangart Brüssels zu spüren. Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, wurde mit 200 Millionen Euro zur Rechenschaft gezogen. Die Botschaft der Europäischen Union ist unmissverständlich: Selbst die mächtigsten Digitalkonzerne müssen sich an die neuen Spielregeln halten.

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Streitpunkt App Store

Die Auseinandersetzung markiert einen Wendepunkt im Bestreben der EU, die Marktmacht der Technologieriesen einzudämmen und fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Nach Ansicht der Kommission verhindert Apple systematisch, dass Entwickler alternative Vertriebswege nutzen und Kunden darüber informieren können.

Der DMA sieht eigentlich vor, dass Entwickler Nutzern ungehindert Informationen über Angebote jenseits des App Stores zukommen lassen dürfen. Apple legt jedoch Hürden in den Weg, die genau das verhindern. Die Folgen sind laut Kommission gravierend: Verbraucher verpassen günstigere Alternativen, während innovative Entwickler in Apples streng kontrolliertem Ökosystem gefangen bleiben.

Die Behörde wirft dem Konzern vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen, um die vollständige Kontrolle über Vertrieb und Zahlungsabwicklung zu behalten – zum Nachteil von Verbrauchern und kleineren Entwicklerstudios.

Apples Verteidigung

Apple weist die Vorwürfe entschieden zurück und argumentiert, die Forderungen der Kommission seien nicht praktikabel und würden die Grundprinzipien ihrer Technologie gefährden. In einer Stellungnahme betont das Unternehmen, seine Produkte seien bewusst so konzipiert, dass sie nahtlos zusammenarbeiten und dadurch ein sicheres, verlässliches Nutzererlebnis bieten, das Millionen Menschen weltweit schätzen.

Der Konzern warnt, dass die geforderte Interoperabilität komplexe und aufwendige Prozesse nach sich ziehen würde, die Innovationen bremsen und geistiges Eigentum gefährden könnten. Kurz gesagt: Apple sieht in der Regulierung eine Bedrohung für Qualität und Sicherheit seiner Produkte.

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So beeindruckend die 500-Millionen-Strafe auch wirken mag – die EU hat noch schärfere Sanktionsmöglichkeiten in der Hinterhand. Das Gesetz erlaubt Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bei der Festsetzung der aktuellen Summe berücksichtigte die Kommission Schwere, Dauer und Häufigkeit der Verstöße – doch die Geschichte ist damit nicht abgeschlossen.

Neben der Geldstrafe wurde Apple angewiesen, die beanstandeten Praktiken unverzüglich einzustellen und bis Ende Juni weitere Anpassungen vorzunehmen. Sollte der Konzern seine Produkte nicht in Einklang mit den Vorgaben bringen, schließt die EU deutlich härtere Sanktionen nicht aus, die den Technologieriesen empfindlich treffen könnten.

Apple steht mit seinem Widerstand nicht allein. Auch Google liefert sich seit Jahren einen zähen Rechtsstreit mit den europäischen Regulierungsbehörden. Der Suchmaschinenkonzern wurde bereits mit einer Rekordstrafe von 2,7 Milliarden Dollar wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens belegt, und seine Berufungen blieben erfolglos – was den Einsatz in dieser juristischen Auseinandersetzung weiter erhöht.

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KO KOSMO-Redaktion
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