Acht Jahre Treue, dann die fristlose Kündigung wegen angeblicher Untreue. Doch der Staplerfahrer aus dem Mostviertel wehrte sich – mit Erfolg.
Ein Staplerfahrer aus dem Mostviertel verlor nach acht Dienstjahren überraschend seinen Job. Der Arbeitgeber entließ ihn fristlos und warf ihm Untreue vor – angeblich hätte er einem Kunden unerlaubt zusätzliche Waren überlassen. Die Arbeiterkammer Niederösterreich konnte jedoch nachweisen, dass der Mitarbeiter völlig korrekt gehandelt hatte: Er hatte die Zusatzlieferung ordnungsgemäß auf dem Ladeschein dokumentiert und den entsprechenden Mehrbetrag kassiert. Dem Unternehmen war dadurch keinerlei finanzieller Schaden entstanden.
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Rechtliche Schritte
Da sich der Mitarbeiter keines Fehlverhaltens bewusst war, suchte er Hilfe bei der AK-Bezirksstelle in Melk, einer niederösterreichischen Stadt. Nachdem direkte Gespräche zwischen den Konfliktparteien erfolglos blieben, brachte Bezirksstellenleiter Peter Reiter den Fall vor das Arbeits- und Sozialgericht. Dort fiel die Entscheidung eindeutig aus: Die Entlassung war ungerechtfertigt.
Hohe Nachzahlung
Im Verfahren einigten sich die Parteien auf eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Der Staplerfahrer erhielt eine Nachzahlung von mehr als 23.000 Euro netto für seine offenen Ansprüche.
„Einmal mehr zeigt sich: Wer unsicher ist oder sich ungerecht behandelt fühlt, ist bei der AK an der richtigen Stelle. Wir stehen hinter unseren Mitgliedern – auch vor Gericht!“, heißt es seitens der Arbeiterkammer.