Zwischen Erdbeben, Waldbränden und Terrorwarnungen: Die Urlaubssaison steht vor der Tür, doch in vielen beliebten Ferienzielen lauern unerwartete Risiken.
Griechenland zählt nach wie vor zu den sichersten Ferienzielen Europas, obwohl die Behörden in den Kykladen (griechische Inselgruppe in der Ägäis) und auf Kreta anhaltende seismische Aktivitäten registrieren. Die griechischen Behörden haben nach einer Serie von Erdbeben rund um Santorini und in der südlichen Ägäis verstärkte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Frühwarnsysteme und ein dichtes Netz seismologischer Messstationen sorgen dafür, dass Urlauber im Fall von Naturereignissen rasch informiert werden.
⇢ Schock in Griechenland: Erdbeben lässt Kreta zittern
Gleichzeitig führen erste Waldbrände zu Evakuierungsmaßnahmen, wie kürzlich auf der griechischen Insel Chios geschehen. Österreichische Urlauber bevorzugen weiterhin die adriatische Küste. In der Region um Split sorgte ein Brandstifter jüngst für Unruhe, dennoch steht einem entspannten Badeurlaub in Kroatien grundsätzlich nichts entgegen. In den vergangenen Tagen kam es allerdings zu mehreren Waldbränden an der kroatischen Adriaküste, insbesondere zwischen Omis und Makarska sowie am Stadtrand von Split. Die Einsatzkräfte konnten die größten Feuer unter Kontrolle bringen. Während Norditalien lediglich mit bevorstehender Hitze konfrontiert ist, erfordert der Süden erhöhte Aufmerksamkeit. Der Ätna auf Sizilien zeigt verstärkte Aktivität, weshalb der regionale Zivilschutz zu besonderer Vorsicht mahnt.
Urlaubsreisende mit Zielen wie Antalya, Bodrum oder Izmir sollten besondere Vorsicht walten lassen. Das Außenministerium hat aktuell eine teilweise Reisewarnung für die Türkei verhängt. Von Reisen in die syrische und irakische Grenzregion wird aufgrund der dortigen Konflikte abgeraten, während in türkischen Großstädten ein erhöhtes Terrorrisiko besteht. Die ägyptischen Badeorte Hurghada und Sharm el-Sheikh ziehen zahlreiche Feriengäste an. Reisen in den Nord-Sinai (ägyptische Halbinsel an der Grenze zu Israel) sowie ins ägyptisch-israelische Grenzgebiet werden dringend nicht empfohlen. Ausflüge ins Landesinnere sollten ausschließlich mit ortskundigen Führern unternommen werden.
Sicherheit im Mittelmeerraum
Zypern hat als eines der sichersten Urlaubsziele Vorkehrungen getroffen. Wegen der geografischen Nähe zum Nahen Osten empfiehlt sich vor Reiseantritt die Installation der Warn-App „SafeCY“, die im Notfall den Weg zum nächstgelegenen Bunker weist. Die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen Larnaka und Paphos wurden intensiviert. Viele Einheimische protestieren gegen die Auswirkungen des Massentourismus. Auf den Balearen (spanische Inselgruppe im Mittelmeer) wie Mallorca oder Ibiza gelten bereits zahlreiche Einschränkungen für Touristen.
Ein Aufenthalt an der französischen Mittelmeerküste bleibt auch dieses Jahr verlockend. Aufgrund der politischen Situation gilt jedoch landesweit weiterhin die höchste Terrorwarnstufe. Männliche Badegäste müssen eine besondere Regelung beachten: Im ganzen Land gilt ein ungewöhnliches Badegesetz. Die modisch längeren Badeshorts sind in öffentlichen Schwimmbädern untersagt. Die Begründung liegt einerseits in hygienischen Bedenken und andererseits im erhöhten Wasserverbrauch.
Kritische Reiseziele
Derzeit ist Israel praktisch nicht erreichbar. Der Luftraum wird immer wieder gesperrt. Früher waren die Strände von Tel Aviv ein beliebtes Reiseziel für Touristen. Seit Beginn des Gaza-Konflikts und der jüngsten Eskalation mit dem Iran kann Österreich keine sichere Ausreise garantieren, falls man sich dennoch ins Land begibt. Tunesien stellt das zweite beliebte nordafrikanische Urlaubsland dar. Allerdings besteht auch hier aktuell ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. In den touristischen Regionen Tunis, Hammamet, Sousse, Djerba, Monastir und Mahdia gilt immerhin nur die Sicherheitsstufe 2 von 6.
Beunruhigung wegen des Iran-Konflikts! Erdölunternehmen ziehen ihre Mitarbeiter aus dem Irak ab. Nach amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen. Große Besorgnis vor Vergeltungsschlägen auf US-Militärbasen in der Region. Rätselhafte Krankheitswelle in Frankreich: Zwölfjähriges Mädchen verstorben. Die Serie gefährlicher Durchfallerkrankungen bei Kindern in Nordfrankreich hat sich verschärft.
Die Sommerferien stehen unmittelbar bevor, doch viele beliebte Urlaubsdestinationen stehen unter besonderer Beobachtung – sei es durch politische Spannungen, Terrorgefahren oder Naturkatastrophen.
Die aktuelle Lage spricht für einen Urlaub in Österreich.