Das EU-Parlament hat einen Beschluss gefasst, der Zusatzkosten für Handgepäck bei Flügen innerhalb der Europäischen Union künftig untersagen soll. Diese Entscheidung könnte Flugreisenden spürbare finanzielle Entlastungen bringen. Die Fluglinien hingegen verteidigen ihre bisherige Praxis der Extragebühren und argumentieren mit der Entscheidungsfreiheit der Passagiere.
Airlines protestieren
Der Airline-Verband Airlines for Europe (A4E), dem namhafte Fluggesellschaften wie Lufthansa, Ryanair und KLM angehören, kritisiert die Initiative: „Der Vorschlag schränkt die Wahlfreiheit der Verbraucher ein und schreibt allen Passagieren ein obligatorisches Handgepäck vor“. Nach Darstellung des Verbandes reist die Mehrheit der Fluggäste bevorzugt mit minimalem Gepäck und benötigt keine zusätzliche Handgepäckoption. Diese Reisenden sollten nicht für eine Leistung bezahlen müssen, die sie nicht in Anspruch nehmen wollen.
Diese Argumentation steht allerdings im Widerspruch zu Daten des Europäischen Verbraucherverbands BEUC, wonach rund 80 Prozent der Passagiere erwarten, dass sie ein Handgepäckstück und einen kleinen persönlichen Gegenstand ohne Aufpreis mit an Bord nehmen dürfen. Die Verbraucherschützer fordern daher schon länger eine EU-weite Regelung gegen die bisherige Praxis der versteckten Zusatzgebühren.
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Billig-Airlines im Fokus
Seit 2018 haben zahlreiche Billigfluggesellschaften wie Ryanair, EasyJet, Wizz Air und Vueling separate Gebühren für Handgepäck eingeführt. Dadurch blieb zwar der Basispreis vieler Tickets niedrig, die tatsächlichen Reisekosten für Passagiere mit Gepäck stiegen jedoch deutlich an. Verbraucherschützer kritisieren diese Praxis, die trotz eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs von 2014, das Handgepäck als wesentlichen Bestandteil der Beförderung einstuft, weiterhin weit verbreitet ist.
In Spanien wurden Ende 2024 bereits mehrere Airlines wegen unzulässiger Handgepäckgebühren mit Geldstrafen in Höhe von insgesamt 179 Millionen Euro belegt, während in anderen EU-Ländern bislang kaum Konsequenzen folgten.
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Höhere Ticketpreise?
Der Verband warnt, dass kostenfreies Handgepäck letztlich zu generell höheren Ticketpreisen führen würde, da die Kosten dann pauschal einkalkuliert werden müssten. Die tatsächliche Umsetzung der neuen Bestimmung bleibt vorerst ungewiss.
Laut Pressemitteilung des EU-Parlaments steht im Juli noch eine Abstimmung im Plenum über den Antrag aus, bei der die vorgeschlagene Kostenregelung noch abgelehnt werden könnte.
Verbraucherschützer betonen hingegen, dass die Harmonisierung der Handgepäckregeln nicht nur für mehr Transparenz und Preisvergleichbarkeit sorgen würde, sondern auch die Rechtssicherheit für Reisende erhöhen könnte.