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Reisewarnung

Alarmstufe Rot: Diese Reiseländer werden immer gefährlicher

Alarmstufe Rot: Diese Reiseländer werden immer gefährlicher
Quelle: International SOS
5 Min. Lesezeit |

Während die Urlaubsplanung läuft, zeichnet die aktuelle „Risk Map“ für 2025 ein düsteres Bild: Kein einziges Land wurde sicherer – dafür viele gefährlicher.

Globale Gefahrenlage

Wer seinen Urlaub plant, sollte nicht nur auf Hotelstandards und Strandqualität achten. Sicherheitsrisiken spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Reiseplanung. Die aktuelle „Risk Map“ des Krisenspezialisten International SOS für 2025 zeichnet ein ernüchterndes Bild der globalen Sicherheitslage. Besorgniserregend: Kein einziges Land wurde in seiner Risikobewertung herabgestuft, wie Wolfgang Hofmann, Regional Security Manager für Deutschland und Österreich bei International SOS, betont.

Die Sicherheitsexperten kategorisieren Länder weltweit in fünf Risikostufen, die farblich von Grün (unerhebliches Risiko) bis Dunkelrot (extrem hohes Risiko) gekennzeichnet sind. In die Bewertung fließen zahlreiche Faktoren ein: geopolitische Spannungen, Kriege, Terrorismus, soziale Unruhen, Kriminalitätsraten, Verkehrsinfrastruktur, Effektivität von Sicherheits- und Notfalldiensten sowie die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen.

Obwohl die „Risk Map“ primär für Geschäftsreisende konzipiert wurde, bietet sie auch Urlaubern wertvolle Orientierung. Als „extrem unsicher“ gelten Länder, in denen Reisende ernsthaft durch bewaffnete Gruppen gefährdet sind, staatliche Kontrolle weitgehend fehlt und Verkehrsdienste kaum funktionieren. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen in Afrika Libyen, Somalia, Südsudan und die Zentralafrikanische Republik. In Asien sind Afghanistan, Jemen, Irak und Syrien besonders gefährlich. Auch die Ukraine trägt seit Kriegsbeginn im Februar 2022 die dunkelrote Markierung für extreme Unsicherheit.

Die zehn gefährlichsten Reiseziele laut International SOS sind Afghanistan, Irak, Jemen, Libyen, Ukraine, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik. Auffällig: Der Gazastreifen erscheint auf der Länderkarte nur mit mittlerem Risiko (orange), obwohl dort Krieg herrscht. International SOS erklärte auf Nachfrage des Reisereporters, dass die Online-Version nur Länderrisiken darstellt, nicht einzelne Regionen. Tatsächlich wird Gaza seit Jahren als extremes Risikogebiet eingestuft.

Hochriskante Regionen

Die zweithöchste Gefahrenstufe gilt für Länder, in denen Gewaltverbrechen und Terrorismus erhebliche Risiken darstellen, gewaltsame Proteste stattfinden und Ausländer gezielt angegriffen werden könnten. Fast 50 Länder oder Teilregionen fallen in diese Kategorie, viele davon in Afrika. Mali, Burkina Faso, Nigeria, Äthiopien, Sudan und die Demokratische Republik Kongo werden als hochriskant eingestuft. Gleiches gilt für Myanmar, Pakistan, Papua-Neuguinea, Venezuela, Honduras und Haiti.

Für mehrere Länder hat International SOS die Risikobewertung aufgrund eskalierender Konflikte deutlich angehoben. Sudan und Libanon sind Beispiele, wo sich Auseinandersetzungen auf Bevölkerungszentren ausgeweitet haben. Auch für Israel, Irak und Myanmar wurden die Hochrisikozonen wegen anhaltender Konflikte erweitert. Neukaledonien wurde von niedrigem auf mittleres Risiko hochgestuft – eine Folge sozialer Unruhen, wirtschaftlichen Niedergangs und steigender Kriminalität. Ähnliche Trends führten zu Neubewertungen in Südafrika, Mexiko und Kenia.

Nur zehn Länder weltweit stuft International SOS als absolut sicher ein: Andorra, Dänemark, Finnland, Grönland, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, Schweiz und Slowenien. Diese Länder zeichnen sich durch sehr niedrige Kriminalitätsraten, Abwesenheit politischer Gewalt, effektive Sicherheits- und Rettungsdienste, solide Infrastruktur und zuverlässige Transportdienste aus.

Auch in Ländern mit der zweitniedrigsten Sicherheitsstufe können sich Reisende relativ sicher fühlen. Fast ganz Europa fällt in diese Kategorie – mit Ausnahme der Türkei, Ukraine und Russland. In Afrika gelten mehrere Staaten als sicher: Äquatorialguinea, Benin, Botswana, Gabon, Gambia, Ghana, Malawi, Namibia, Ruanda, Sambia und Senegal.

Gesundheits- und Klimarisiken

In Ozeanien bieten Australien, Französisch-Polynesien, Fidschi, Guam, Mikronesien, Neukaledonien, Neuseeland, die Nördlichen Marianen, Palau, Samoa, Tonga und Vanuatu sichere Reisebedingungen. Asien verfügt ebenfalls über zahlreiche sichere Destinationen: Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Bhutan, Brunei, China, Georgien, Hongkong, Jordanien, Laos, Japan, Katar, Kuwait, Malaysia, Malediven, Oman, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Usbekistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam.

Auf dem amerikanischen Kontinent zählen Kanada, die USA, Argentinien sowie viele karibische und pazifische Inseln zu den sicheren Reisezielen. Auch Chile mit den Osterinseln, Costa Rica, Französisch-Guayana, Panama, Paraguay, Suriname und Uruguay gelten als unbedenklich.

Neben Sicherheitsrisiken bewertet International SOS auch Gesundheitsrisiken und seit 2023 klimabedingte Gefahren. Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter für Zentraleuropa bei International SOS, weist auf zwei bedeutende Änderungen hin: Bolivien wurde von mittlerem auf hohes medizinisches Risiko hochgestuft, während Libyen von extrem auf hoch herabgestuft wurde. Diese Bewertungen basieren auf Faktoren wie dem Standard der Gesundheitseinrichtungen, dem Zugang zu medizinischer Versorgung, der Verfügbarkeit von Medikamenten und der Verbreitung von Infektionskrankheiten.

Besonders hohe medizinische Risiken bestehen in Afghanistan, Burkina Faso, Burundi, Eritrea, Guinea, Guinea-Bissau, Haiti, Irak, Jemen, den Komoren, Liberia, Libyen, Niger, Nordkorea, São Tomé und Príncipe, Somalia, Sierra Leone, Sudan, Südsudan, Syrien und der Zentralafrikanischen Republik. Auch das Westjordanland und der Gazastreifen sind betroffen. In diesen Regionen ist die Gesundheitsversorgung kaum vorhanden oder stark überfordert, hochwertige Medikamente sind selten verfügbar und durch Lebensmittel und Wasser übertragene Infektionen sowie lebensbedrohliche Krankheiten wie Malaria und Cholera treten häufig auf.

Die klimabedingten Risiken, die seit 2022 in der „Risk Map“ erfasst werden, sind besonders hoch in Afghanistan, Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Mosambik, Niger, Nigeria, Somalia, Südsudan, Syrien, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik.

Hier drohen durch den Klimawandel verursachte humanitäre Krisen und Katastrophen.

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KO KOSMO-Redaktion
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