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Drohung

Liebes-Betrug mit Folgen: Frau verliert Haus, Partner und 60.000 Euro

Liebes-Betrug mit Folgen: Frau verliert Haus, Partner und 60.000 Euro
FOTO: iStock/kitzcorner
3 Min. Lesezeit |

Eine 50-jährige Frau aus Schwechat verlor durch einen Online-Betrug 60.000 Euro. Die anfänglich freundlichen Nachrichten eines Unbekannten entwickelten sich zu massiven Drohungen, wodurch die Frau aus Furcht um ihre und die Sicherheit ihres Partners immer wieder Geld überwies.

„Ich habe alles verloren“, berichtet die Betroffene, die einem klassischen Love-Scam zum Opfer fiel. „Begonnen hat alles mit einer netten Nachricht per Messenger“, erklärt Frau M. (Name der Redaktion bekannt). Trotz bestehender Partnerschaft ließ sie sich auf den Kontakt mit dem vermeintlich charmanten Mann ein. „Er hat so lieb geschrieben, ich sei eine schöne Frau und Ähnliches“, schildert M. Der Unbekannte sendete ihr ein Foto und drängte rasch auf ein persönliches Treffen.

Kurz darauf folgte die erste Geldforderung via WhatsApp. Der Mann, der sich als Luis ausgab, benötige 10.000 Euro als Strafzahlung wegen fehlender Dokumente. Frau M. überwies den Betrag. Unmittelbar danach erhielt sie eine weitere Forderung, diesmal mit eindeutiger Drohung: „Ich werde am Montag in Aktion treten!“

Eskalation der Zahlungen

Die Schwechaterin zahlte weiter, getrieben von der Angst vor möglichen Konsequenzen für sich und ihren Lebensgefährten. Sie verkaufte ihr Fahrzeug und nahm einen Kredit über 40.000 Euro auf. „Leider habe ich zu spät reagiert“, gesteht Frau M., die vergeblich versuchte, das Geld zurückzuerlangen. „Doch auf das Konto des Mannes gab es keinen Zugriff.“

Die Folgen des Betrugs sind für die 50-Jährige verheerend. Ihr Partner trennte sich von ihr nach dem Vorfall. Sie musste sein Haus verlassen und lebt nun in einer kleinen 30-Quadratmeter-Wohnung. Die finanziellen Verpflichtungen übersteigen ihre Möglichkeiten.

Rechtliche Lage

Die Frau hat rechtliche Hilfe eingeschaltet, doch die Aussichten sind düster. „Einer davon ist sogar bereits in Haft“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Wagner-Szemethy. Dieser sei jedoch nur ein unbedeutender Mittelsmann. „Ein kleines Würstchen, das für einen kleinen Geldbetrag einfach seine Kontonummer zur Verfügung gestellt hat“. Die Ermittlungen zu den Haupttätern führen laut dem Juristen in Länder außerhalb Europas.

Professionelle Betrügerbanden

Laut dem Bundeskriminalamt (BK) haben sich die Methoden beim Love-Scam in den letzten Jahren deutlich professionalisiert. Die Täter agieren nicht als Einzelpersonen, sondern in international organisierten Banden, die gezielt vorgehen. „Die Betrüger bauen über Wochen oder sogar Monate eine emotionale Bindung auf, bevor sie mit immer neuen, oft dramatisch inszenierten Geldforderungen beginnen“, erklärt das BK in seiner aktuellen Warnung.

Besonders perfide: Die Überweisungen werden meist auf ausländische Konten oder über schwer rückverfolgbare Zahlungsdienste wie Western Union oder Krypto-Transfers verlangt. „Dadurch ist das Geld für die Opfer in praktisch allen Fällen unwiederbringlich verloren„, warnt auch die Finanzmarktaufsicht in einer Mitteilung.

Schutz vor Love-Scam

Cybercrime-Experten raten zu besonderer Vorsicht bei Online-Bekanntschaften. Typische Warnsignale für Love-Scam sind schnelle Liebesbekundungen, ständige Ausreden bei möglichen persönlichen Treffen, plötzlich auftretende Notlagen und die Bitte, Geld ins Ausland zu überweisen. Die Polizei empfiehlt, persönliche Daten und Fotos im Netz nur sparsam zu teilen und niemals Geld an unbekannte Personen zu überweisen.

Wichtig sei auch, im Verdachtsfall umgehend Anzeige zu erstatten und sich nicht von Schamgefühlen abhalten zu lassen. „Die Täter nutzen gezielt die Gefühlslage ihrer Opfer aus“, betont das Bundeskriminalamt und appelliert an Betroffene, sich professionelle Hilfe zu suchen.

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KO KOSMO-Redaktion
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