Leere Gassen statt Touristenmassen: Ein US-Journalist dokumentiert auf TikTok das ungewohnte Bild der sonst überfüllten Urlaubsinsel Santorini im Hochsommer.
Ein US-amerikanischer Journalist sorgt derzeit mit einer ungewöhnlichen Beobachtung für Aufsehen: Robert Sherman veröffentlichte auf TikTok ein Video von der sonst überfüllten Insel Santorini, die sich ihm jedoch wie ausgestorben präsentierte. „Die europäische Urlaubssaison für dieses Jahr wurde abgesagt“, behauptet Sherman in seinem Clip, während er die nahezu menschenleeren Gassen zeigt.
„Ich bin gerade auf Santorini und die Insel ist wie ausgestorben – überall gibt es freie Plätze“, berichtet der sichtlich überraschte Amerikaner. Besonders erstaunlich findet er, dass selbst Mitte Juli, also zur Hauptsaison, kaum Gedränge herrscht und die Preise deutlich unter dem üblichen Niveau liegen. „Ich habe nicht einmal ein Hotel für heute Abend reserviert“, erzählt Sherman. „Ich spaziere einfach herum und suche mir eine Unterkunft zum Schnäppchenpreis aus.“
In einem weiteren Video empfiehlt er eine Bootstour als Santorini-Highlight – und zeigt dabei Schiffe, die sonst vor Touristen überquellen, nun aber fast leer über das Mittelmeer schippern.
@robertshermantv
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Mögliche Ursachen
In den Kommentaren unter Shermans Videos entbrannte sofort eine lebhafte Diskussion über die möglichen Ursachen. „Santorini und Mykonos sind an ihrer eigenen Gier zugrunde gegangen“, meint ein TikTok-Nutzer. Ein anderer führt die leeren Strände auf Erdbeben zurück: „Die Preise sind jetzt niedrig und es gibt überall freie Plätze, weil viele nach den Winterbeben Santorini dieses Jahr meiden.“
Ein weiterer Reisender rät zu Alternativen: „Die Menschen sind Santorini und Mykonos überdrüssig. Diese Inseln sind überlaufen, künstlich und wirken wie Touristenkulissen. Versuchen Sie es mit Milos, Paros oder Amorgos – die sind voll.“ Besonders aufschlussreich ist der Kommentar eines Griechen, der die Inseln seit Jahren besucht: „Ich habe selbst aufgegeben. Die Preise sind explodiert und der Urlaub ist zum Stresserlebnis verkommen. Das hat nichts mehr mit dem griechischen Charme zu tun, den wir früher kannten.“
Landesweiter Trend
Selbst die größte griechische Insel scheint vom Besucherschwund betroffen zu sein. Ein Tourist berichtet: „Nicht einmal Kreta zieht die erwartete Besucherzahl an. Die Einheimischen bezeichnen es als die schlechteste Saison seit der Pandemie.“ Die Flugpreise sind zu hoch, und die Menschen stornieren oder sparen vor Ort.“ Dennoch betont er: „Es ist wirklich schade, denn die Einheimischen sind die herzlichsten und aufrichtigsten Menschen, die ich je getroffen habe.“
Aktuelle Medienberichte bestätigen diesen Eindruck. Laut der griechischen Plattform greekcitytimes.com verzeichnet die griechische Tourismusbranche im Sommer 2025 tatsächlich einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen – besonders auf beliebten Inseln wie Santorini und Kreta. Lokale Hoteliers sprechen übereinstimmend von der schlechtesten Saison seit der Pandemie.
@robertshermantv
Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein interessantes Phänomen: Während Santorini und andere Hochpreis-Destinationen mit leeren Betten kämpfen, berichten Reisende, dass auf weniger bekannten Inseln wie Milos, Paros oder Amorgos die Unterkünfte ausgebucht sind. Dies deutet auf eine Verlagerung der Nachfrage und einen möglichen Wandel im Reiseverhalten hin.
Ein weiterer Faktor könnte die extreme Hitze sein, die Griechenland derzeit im Griff hat. Meteorologen prognostizieren für die kommenden Tage Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius in einigen Regionen des Landes. Auch Italien, besonders Sizilien, leidet unter Werten jenseits der 40-Grad-Marke.
Laut dem Wetterdienst WXCharts werden die Temperaturen auf dem griechischen Festland rund um Larisa kaum unter 36 Grad fallen – ein Umstand, der viele Urlauber offenbar zusätzlich abschreckt.