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Eskalation

Handy nicht abgeschaltet: Passagierin reißt Stewardess Perücke vom Kopf (VIDEO)

Handy nicht abgeschaltet: Passagierin reißt Stewardess Perücke vom Kopf (VIDEO)
FOTO: iStock, X/@harmful456
4 Min. Lesezeit |

Ein Streit um ein nicht abgeschaltetes Mobiltelefon eskalierte am Sonntag an Bord einer nigerianischen Maschine zu einem handfesten Skandal. Eine Passagierin wurde nach der Landung gewaltsam aus dem Flugzeug entfernt, nachdem sie eine Flugbegleiterin tätlich angegriffen haben soll.

Der Vorfall ereignete sich auf einem Inlandsflug der Fluggesellschaft Ibom Air vom Victor Attah International Airport in Uyo zum Flughafen in Lagos. Die Airline identifizierte die betroffene Reisende als Comfort Emmanson und stufte deren Verhalten als „ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit“ aller an Bord ein.

Laut Darstellung der Fluggesellschaft hatte sich die Situation bereits vor dem Start zugespitzt. Die Frau habe sich trotz mehrfacher Aufforderungen geweigert, ihr Handy auszuschalten – eine Standardmaßnahme vor jedem Abflug. Erst als ein Sitznachbar eingriff und das Gerät selbständig deaktivierte, konnte der Flug wie geplant starten. Die Airline berichtet, dies habe bei der Passagierin einen Wutausbruch ausgelöst, der jedoch zunächst beruhigt werden konnte.

Gewaltsame Eskalation

Die eigentliche Eskalation folgte nach der Landung in Lagos. Emmanson wartete offenbar, bis alle anderen Fluggäste das Flugzeug verlassen hatten, und stellte dann die Flugbegleiterin zur Rede, die sie zuvor ermahnt hatte. Der Auseinandersetzung folgte ein tätlicher Angriff: Die Passagierin soll der Stewardess die Perücke heruntergerissen, ihre Brille abgenommen und ihr mehrere Ohrfeigen verpasst haben. Videoaufnahmen, die später von der Associated Press verbreitet wurden, zeigen, wie die Frau die Flugzeugtreppe hinuntergezerrt wird.

Besonders brisant: Nach Angaben von Ibom Air versuchte die aufgebrachte Passagierin, einen Feuerlöscher aus der Verankerung zu reißen, um ihn als Waffe einzusetzen – eine Handlung, die nicht nur Menschen gefährdet, sondern auch das Flugzeug hätte beschädigen können. Der Kapitän alarmierte daraufhin die Sicherheitskräfte, die Emmanson schließlich aus dem Flugzeug entfernten. Sie wurde zunächst von der Sicherheitsabteilung der Flughafenbehörde FAAN in Gewahrsam genommen und später der nigerianischen Polizei übergeben.

Konsequenzen und Kritik

Die Konsequenzen für die Passagierin sind weitreichend: Ibom Air verhängte ein lebenslanges Flugverbot gegen sie. Die Airline betonte in ihrer Stellungnahme ihre „Null-Toleranz-Politik gegenüber jeder Form von ungebührlichem oder gewalttätigem Verhalten“ und appellierte an alle Reisenden, den Anweisungen der Crew zu folgen.

Michael Achimugu, Sprecher der nigerianischen Luftfahrtbehörde NCAA, zeigte wenig Verständnis für das Verhalten der Passagierin: „Wenn die Kabinenbesatzung Sie bittet, Ihr Telefon vor dem Start oder der Landung auszuschalten, befolgen Sie dies einfach.“ Er ergänzte: „Ich kann nicht verstehen, warum einfache Routineangelegenheiten zu solchen Vorfällen führen würden. Passagiere müssen verstehen, dass sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben.“

Kritik an der Vorgehensweise der Fluggesellschaft kam hingegen von der nigerianischen Anwaltskammer. Die Nigerian Bar Association forderte in einer Erklärung auf der Plattform X, dass „Ibom Air das lebenslange Verbot sofort zurückzieht, eine öffentliche Entschuldigung an Frau Emmanson richtet und vollständig mit einer unparteiischen Untersuchung dieses Vorfalls kooperiert.“

Untersuchung und neue Wendung

Der Fall hat inzwischen eine überraschende Wendung genommen: Die nigerianische Regierung stellte das Strafverfahren gegen Emmanson nach Intervention des Ministers für Luftfahrt ein. Nachdem Ibom Air die Anzeige zurückzog, wurden alle Anklagepunkte von einem Gericht in Lagos offiziell fallengelassen, und die Passagierin wurde aus der Haft entlassen.

Gleichzeitig hat die nigerianische Luftfahrtbehörde NCAA eine unabhängige Untersuchung eingeleitet. Ein zentraler Augenzeuge, der direkt neben Emmanson saß, wurde offiziell zur Anhörung geladen. Seine Aussage soll neue Perspektiven auf den Ablauf des Vorfalls liefern und könnte das bisherige Narrativ der Ereignisse grundlegend verändern.

Auf Anfragen nach weiteren Informationen reagierten weder die Flughafenbehörde, die Fluggesellschaft, die Polizei noch die beteiligten Organisationen.

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KO KOSMO-Redaktion
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