Dramatische Wendung bei Zwillingsgeburt in Zagreb: Ein Baby starb, die Mutter kämpfte um ihr Leben. Nun sitzt eine 69-jährige österreichische Hebamme in Untersuchungshaft.
Bei einer Hausgeburt von Zwillingen in Zagreb kam es zu einer verhängnisvollen Wendung mit tödlichem Ausgang. Eine 69-jährige österreichische Hebamme betreute die Entbindung, die in einem Unglück endete. Ein Neugeborenes verstarb, während die Mutter mit lebensgefährlichen Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum vergangenen Freitag in der kroatischen Hauptstadt. Die zertifizierte Geburtshelferin aus Österreich stand einer 42-jährigen Frau bei der geplanten Hausgeburt von Zwillingen bei. Die Situation eskalierte dramatisch, als bei der Mutter eine Plazentaretention (Zurückbleiben der Plazenta) auftrat. Mit starken Blutungen und in lebensbedrohlichem Zustand wurde die werdende Mutter per Rettungswagen in eine Klinik transportiert. In dieser kritischen Situation konnte nur eines der beiden Neugeborenen gerettet werden.
📍 Ort des Geschehens
Medizinische Einschätzung
Der Gynäkologe und Geburtshelfer Dr. Trpimir Goluz vom Klinischen Krankenhauszentrum Zagreb erklärte: „Die Frau wurde sofort in den Operationssaal gebracht, das lebende Baby in unsere Neugeburtenstation.“ Der Mediziner betonte zudem, dass ein spezialisiertes Krankenhaus mit entsprechender Überwachungstechnik für Mutter und Kind während des gesamten Geburtsvorgangs der einzig wirklich sichere Ort für eine Entbindung sei.
Wie die kroatische Polizei bestätigte, befinden sich sowohl die 42-jährige Mutter als auch das überlebende Zwillingskind mittlerweile in stabilem Zustand und werden weiterhin medizinisch betreut.
Bemerkenswert ist die rechtliche Situation in Kroatien: Bei Komplikationen während einer Hausgeburt tragen ausschließlich die Familie und die betreuende Hebamme die Verantwortung. In Österreich werden jährlich etwa 900 Kinder bei Hausgeburten mit Hebammenbetreuung geboren – dies entspricht etwas mehr als einem Prozent aller Geburten. Die überwiegende Mehrheit der Entbindungen findet in Krankenhäusern statt.
Rechtliche Folgen
Die österreichische Hebamme befindet sich mittlerweile wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihr eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Die kroatische Polizei bestätigte, dass die Ermittlungen gegen die 69-Jährige weiterhin laufen und sie sich nach wie vor in Untersuchungshaft befindet.
Auf Anfrage bestätigte das österreichische Außenministerium: „Wir können die Verhaftung einer Österreicherin in Kroatien bestätigen.“ Eine Sprecherin fügte hinzu, dass aus Datenschutzgründen derzeit keine weiteren Informationen zum Fall veröffentlicht werden könnten.