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Neuanfang

BORG Graz startet nach Amoklauf neu

BORG Graz startet nach Amoklauf neu
Menschen zünden Kerzen zum Gedenken an die Opfer vor der Dreierschutzengasse-Schule in Graz an, nachdem es dort am 10. Juni 2025 zu einer Schießerei gekommen ist. FOTO: EPA-EFE/ANTONIO BAT
3 Min. Lesezeit |

Zehn Luftballons steigen in den Grazer Himmel, während Schüler erstmals seit dem verheerenden Amoklauf ihre Schule besuchen. Der Neustart beginnt an einem anderen Ort.

Nach einer Gedenkstunde ohne Medienpräsenz kehrten die Schülerinnen und Schüler des BORG Dreierschützengasse in Graz zum ersten Mal seit dem tragischen Amoklauf an ihre Schule zurück. Vor dem Gebäude, in dem am 10. Juni 2025 der verheerendste Amoklauf der Zweiten Republik stattfand, stiegen zehn Luftballons in den Himmel – einer für jedes der Opfer. Eine Gedenktafel am Zaun erinnert namentlich an die neun getöteten Jugendlichen und die Lehrerin: Anna Bella, Dorit, Hanna, Lea, Leo, Leonie, Luzia, Kaid, Pauline und Pawel. Sie wurden von einem 21-jährigen Täter aus der Umgebung von Graz erschossen, der anschließend Selbstmord beging.

📍 Ort des Geschehens

Der reguläre Unterricht für die 21 Klassen beginnt am Dienstag an einem provisorischen Standort in einem AVL List-Gebäude neben der Helmut-List-Halle in Graz, wo die Schule voraussichtlich ein Jahr bleiben wird. Diese Übergangslösung wurde in enger Abstimmung mit Eltern- und Schülervertretungen entwickelt, um den Betroffenen sowohl räumlichen als auch emotionalen Abstand zum Tatort zu ermöglichen. Bildungsdirektorin Meixner betont: „Nach den herausfordernden Monaten, die hinter uns liegen, starten wir am BORG mit Zuversicht in das neue Schuljahr.“ Sie fügt hinzu: „Vor drei Monaten wurden wir in unseren Grundfesten erschüttert. Nach der ersten Phase von Schock und Panik folgt Trauer, Schmerz. Aber wir dürfen nicht handlungsunfähig werden. Wir richten uns neu aus, mit dem Blick nach vorne.“

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Schulgebäude-Sanierung

Bei einer Pressekonferenz am Mittag informierten Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner und BORG-Direktorin Liane Strohmaier gemeinsam mit Eltern- und Schülervertretern über die weiteren Schritte. In den kommenden Monaten wird das Schulgebäude renoviert: Die beiden Klassenzimmer, in denen die Opfer getötet wurden, erhalten eine völlig neue Gestaltung. Sämtliche Räume werden mit neuen Möbeln ausgestattet und oberflächlich saniert. Die Entscheidung, zum ursprünglichen Standort zurückzukehren, kam von Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern. Meixner erklärt: „Es wird so saniert, dass die besonders belasteten Räume neue Funktion bekommen, also keine Klassenräume mehr sind.“

Gemeinsamer Heilungsprozess

Elternvertreter Mirza Candic unterstreicht die Bedeutung des gemeinschaftlichen Zusammenhalts für den Heilungsprozess: „Die vergangenen Monate waren für uns alle eine unglaublich herausfordernde Zeit, die wir niemandem jemals wünschen würden.“ Der Amoklauf hat auch in anderen Gemeinden zu Sicherheitsmaßnahmen geführt. In Leibnitz ordnete der FPÖ-Bürgermeister Daniel Kos an, dass alle Schulen der südsteirischen Stadt nach Unterrichtsbeginn von außen verschlossen bleiben.

Wer später Einlass begehrt, muss eine an den Eingangstüren angegebene Telefonnummer anrufen und sich identifizieren.

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KO KOSMO-Redaktion
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